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Meisten Zehnjährigen haben Smartphone: Studie: Kinder immer öfter online

Von Eine Studie des Branchenverbandes Bitkom kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland mit dem Smartphone aufwachsen. Pädagogen raten Eltern, wachsam zu sein.
Konzentriert und trotzdem mit Spaß bei der Sache: Immer mehr Schüler lernen auch in der Schule mithilfe von Computerspielen. Foto: (Bildagentur-online) Konzentriert und trotzdem mit Spaß bei der Sache: Immer mehr Schüler lernen auch in der Schule mithilfe von Computerspielen.
Frankfurt. 

Das Smartphone ist bei vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Emojis und Video-Schnipsel sind das neue Telefonieren und Youtube-Stars die größten Idole: Die Kinder und Jugendlichen sind immer früher, immer länger und immer mobiler im Netz unterwegs. Zu diesem Ergebnis kommt die Bitkom-Studie „Kinder und Jugend in der digitalen Welt“. Bitkom vertritt nach eigenen Angaben mehr als 2400 Unternehmen der digitalen Wirtschaft.

In der Bitkom-Studie steht zu lesen, dass 2014 noch 39 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen angaben, „zumindest gelegentlich“ das Internet zu nutzen. Heute sei es bereits rund die Hälfte (48 Prozent). Auch die verbrachte Zeit im Internet sei in diesem Zeitraum „sprunghaft angestiegen“, von 11 Minuten vor drei Jahren auf heute 39 Minuten täglich.

Ähnlich sehe die Entwicklung bei den 8- bis 9-Jährigen aus. Bei ihnen steigerten sich die Werte der Internetnutzer laut der Studie auf 81 (2014: 76) Prozent. Die verbrachte Zeit im Internet habe sich dabei binnen drei Jahren fast verdreifacht von damals 16 auf heute 43 Minuten.

Große Zahl

Über ein eigenes Smartphone verfügten knapp zwei Drittel der 10- bis 11-Jährigen (2014: 50 Prozent). Ab 12 Jahren gehöre das Gerät dann für so gut wie alle Jugendliche zur Standardausstattung. Insgesamt betrachtet, hätten 87 Prozent der Kinder ab zehn Jahren ein eigenes Smartphone (2014: 79 Prozent), beim Tablet sind es 33 Prozent (2014: 17 Prozent). Dass schon eine große Zahl von Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren ein Smartphone besitzen, sieht Walter Miot durchaus kritisch. „Die Kinder können noch nicht die Möglichkeiten des Smartphones abschätzen“, sagt der Leiter des Jugendbildungswerkes des Hochtaunuskreises. Der Pädagoge und Sozialarbeiter weist darauf hin, dass Kinder nicht wissen können, welche Folgen es haben kann, „fremde“ Bilder zu posten oder „Gerüchte“ in die Welt zu setzen. Hier seien die Eltern gefordert. „So können sie dafür sorgen, dass das Smartphone ihres Kinder mit einer Drittanbietersperre versehen wird“, sagt Miot. Solche sogenannten Drittanbietersperren können beim jeweiligen Netzbetreiber angefordert werden. Damit werden Kinder vor kostenpflichtigen Abo-Diensten geschützt.Auch müssten die Eltern dafür Sorge tragen, dass ihre Schützlinge nicht auf jugendgefährdenden Webseiten im Internet gelangten.

Ein klares Einschreiten sei notwendig, wenn die Eltern feststellten, dass sich bei ihrem Kind alles nur noch um das „Smartphone dreht“ und dadurch keine Zeit mehr für andere Interessen bleibe, Kontakte mit Freunden verloren gingen und die Schulleistungen sich verschlechterten. Miot rät, um solche Suchtsituationen zu vermeiden, zu klaren Regeln über die Nutzungszeiten des Smartphones. So sei es wichtig, dass das „Handy“ nicht über Nacht im Kinderzimmer bleibe. „Früher haben wir unter der Bettdecke mit der Taschenlampe Bücher gelesen, heute gibt es Kinder, die die Nacht mit dem Smartphone durchmachen“, so Miot. Trotzdem will er das Smartphone „nicht verteufeln“.

Viele Warnungen

Notwendig sei aber, dass die Kinder und Jugendlichen lernten, kompetent mit dem Handy und dem Internet umzugehen. So sieht es auch Miots Kollege Berndt Porte. „Kinder und Jugendliche werden heute mit Warnungen über das Internet und den Umgang mit Smartphones überschüttet“, sagt der Friedrichsdorfer Jugendpädagoge. Trotzdem sei es aus dem Leben der Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Um alles in die richtige Bahnen zu lenken, sei es wichtig, dass den Kids die notwendige Medienkompetenz vermittelt werde, damit diese den Nutzen und die Gefahren der neuen Medien erkennen.

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