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Terror: Syrer soll im Netz Kontakt mit IS aufgenommen haben

Ein junger Mann flieht aus einem Kriegsgebiet, sucht Schutz in Deutschland und schmiedet hier Terrorpläne. Solche Fälle gab es schon mehrfach. Was steckt bei Yamen A. dahinter, und welche Bedrohung ging von dem festgenommenen Syrer aus?
Ein Polizeifahrzeug verlässt nach der Haftprüfung in Karlsruhe den Bundesgerichtshof. Foto: Steffen Schmidt (dpa) Ein Polizeifahrzeug verlässt nach der Haftprüfung in Karlsruhe den Bundesgerichtshof.
Berlin. 

Vor gut zwei Jahren kam Yamen A. in Deutschland an. Im Herbst 2015, als jeden Tag Tausende Schutzsuchende die Bundesrepublik erreichten. Der Syrer kam als Minderjähriger ins Land, inzwischen ist er 19 Jahre alt. In einem schmucklosen Plattenbau in Schwerin soll er einen schweren Bombenanschlag geplant haben.

Sein Fall reiht sich ein in eine traurige Serie von Anschlägen und Anschlagsversuchen in Deutschland und weist Parallelen zu anderen Fällen auf, in denen sich junge Männer dem Terror verschrieben. In der Dimension des geplanten Anschlags steche der Fall aber heraus, heißt es in Sicherheitskreisen. Wie groß war die Gefahr? Und was folgt daraus?

Spezialeinheiten nahm Yamen A. am Dienstag in Schwerin fest. Dort lebte er in einem Hochhaus, inmitten von grauen Häuserfronten. Polizisten durchsuchten die Wohnung des jungen Mannes und fanden jede Menge Chemikalien, Substanzen und andere Bestandteile zum Bau eines Sprengsatzes. Gestern erging Haftbefehl gegen ihn. Er sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen laufen noch intensiv. Die Sicherheitsbehörden durchleuchten das Leben und das Umfeld des Syrers. Ein paar Dinge haben sie aber schon verlauten lassen über den Verdächtigen: Demnach kam er Anfang September 2015 in Mecklenburg-Vorpommern als Asylsuchender an. Ein paar Monate später, am 1. Februar 2016, stellte er förmlich seinen Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Kurz darauf, Mitte April 2016, bekam er seinen Asylbescheid: ein Ja zum Schutzbegehren und eine befristete Aufenthaltserlaubnis, die noch bis April 2019 läuft.

Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass Yamen A. nicht mit einem Anschlagsplan oder Anschlagsauftrag ins Land kam, sondern dass er sich erst hier radikalisierte – verstärkt im vergangenen halben Jahr, wie es in Sicherheitskreisen heißt. Spätestens im Juli 2017 soll der Syrer den Entschluss gefasst haben, einen Bombenanschlag zu begehen: inmitten einer Menschenmenge einen Sprengsatz zu zünden und so möglichst viele Menschen zu töten.

Noch kein konkretes Ziel

Ein konkretes Ziel hatte er demnach noch nicht im Auge. Aber im Sommer soll er begonnen haben, in sozialen Netzwerken nach Anleitungen zum Bombenbau zu suchen, sich Bauteile und Chemikalien zu besorgen und im Internet nötige Substanzen zu bestellen.

Yamen A. hatte im Netz laut Bundesanwaltschaft Kontakt zu Leuten aus dem dschihadistischen Spektrum, auch zu jemandem, der sich selbst „Soldat des Kalifats“ nannte. Wie intensiv die Verbindungen waren und ob Yamen A. echte Komplizen hatte, wird noch untersucht. Bisher vermuten die Ermittler, dass er ein Einzeltäter war, der sich von IS-Anhängern im Netz beim Bombenbau anleiten ließ und dort Know-how suchte, der aber nicht gesteuert wurde oder einem konkreten Auftrag folgte.

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