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Heftige Diskussion nach Auszug Bosbachs: TV-Eklat bei Maischbergers Sendung – Jutta Ditfurth legt nach

Wolfgang Bosbach verlässt wutentbrannt eine Talkshow zum Thema Hamburger Krawalle. Anlass waren Äußerungen Jutta Ditfurths. Doch die ist sich keiner Schuld bewusst.
"Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" ist das Thema in der Sendung Maischberger am 12.07.2017, l-r: Wolfgang Bosbach (CDU Innenexperte), Moderatorin Sandra Maischberger und Jutta Ditfurth (Publizistin und Politikerin). Foto: Melanie Grande (WDR) "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" ist das Thema in der Sendung Maischberger am 12.07.2017, l-r: Wolfgang Bosbach (CDU Innenexperte), Moderatorin Sandra Maischberger und Jutta Ditfurth (Publizistin und Politikerin).
Berlin/Frankfurt. 

Eklat bei „Maischberger“: Im Streit mit der Frankfurter Linksaktivistin Jutta Ditfurth hat der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach die ARD-Talksendung am Mittwochabend vorzeitig verlassen. Gestern sagte Bosbach. „Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, muss ich freimütig gestehen, ich frage mich, warum ich nicht schon früher gegangen bin.“ Ditfurth hatte der Polizei aggressives Auftreten beim G 20-Gipfel vorgeworfen und damit Bosbachs Zorn erregt. Nach seinem Abgang in der Sendung hatte sie gesagt: „Wie kann ein erwachsener Mann so mimosenhaft sein?“

Im Gespräch mit dieser Zeitung zeigte sich Ditfurth überrascht über das Ausmaß des durch Bosbachs Weggang ausgelösten Wirbels. Im Netz gebe es etwa 20 Prozent sachliche Beiträge und weit mehr Hass-Beiträge bis zu Morddrohungen gegen ihre Person. Zu Bosbachs Auszug sagte Ditfurth, mit dieser Dünnhäutigkeit könne er ja „keine Kneipendiskussion überstehen“. Letztlich sei der CDU-Politiker gegangen, weil sie sich dagegen verwahrt habe, dass sie der neben ihr sitzende Polizeigewerkschafter unablässig mit ins Ohr gerufenen Provokationen bedacht habe.

Debatte zu G20 bei "Maischberger" Bosbach verlässt Talkrunde wegen Frankfurter ...

In der Polit-Talksendung "Maischberger" kam es gestern zum Eklat: CDU-Politiker Wolfgang Bosbach verließ mitten in der Sendung die Runde. Grund waren die Aussagen der linken Frankfurter Stadtverordneten Jutta Dithfurth.

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Kritik übte sie auch an Moderatorin Sandra Maischberger, die Ditfurth nach Bosbachs Auszug vergeblich aufgefordert hatte, ebenfalls zu gehen. Mit dem versuchten Rausschmiss habe sich Maischberger verhalten „wie eine Internatsleiterin, die eine Schülerin bestraft“. Die Moderatorin hat sich inzwischen auf Facebook bei Ditfurth für den versuchten Platzverweis entschuldigt. Sie habe gedacht, wenn sie auf der einen Seite einen Diskutanten verliere, müsse sie das auf der anderen Seite ausgleichen. „Das war ein Fehler“, sagte Maischberger.

Bosbach sieht sich im Recht

Ditfurth sagte, sie würde die Entschuldigung annehmen, wenn sie auch dafür gälte, dass sie nach Bosbachs Abgang in der TV-Sendung kein Wort mehr sagen durfte.

Ditfurth vs. Bosbach So reagiert das Netz auf den Bosbach-Abgang bei Maischberger

Was wäre ein politischer Eklat ohne die darauf folgende Häme im Internet? Mit dem beleidigten Abgang von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach in der Talkshow "Menschen bei Maischberger" hat er die Herzen der Internetgemeinde im Flug erobert und für eines der erfolgreichsten Memes in den letzten Wochen gesorgt.

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Bosbach verteidigte seinen Abgang: „Frau Ditfurth hat sich wirklich die ganze Sendung über bemüht, durch Mimik, Gestik und Dazwischenreden zu zeigen, dass sie von abweichenden Argumentationen überhaupt nichts hält.“ Er fügte hinzu: „Für mich hatte die Argumentation von ihr nur einen roten Faden: Alle Gewalt ging von der Polizei aus, und die 500 verletzten Polizisten sind an ihrem Unglück selber schuld. Und da ist für mich die Grenze des Erträglichen überschritten.“ Bosbach fügte hinzu: „Das muss ich nicht mitmachen.“

Unmut im Römer

In der Frankfurter Kommunalpolitik ist man provozierende Auftritte von Jutta Ditfurth gewöhnt. Seit 2001 vertritt sie mit kurzer Unterbrechung die von ihr gegründete Gruppierung „Ökolinx-Antirassistische Liste“ im Stadtparlament, derzeit an der Seite ihres Lebensgefährten Manfred Zieran. Oft geht ein Stöhnen durch den Plenarsaal, wenn sich die streitbare 65-Jährige zu Wort meldet. Dabei sind ihre Reden, die sie meist mit „Schönen guten Abend, allerseits“ einleitet, längst harmloser geworden. In manchen Sitzungen meldet sie sich auch gar nicht zu Wort – sieht man einmal von Zwischenrufen ab.

In einer der jüngsten Sitzungen sprach sie über das „Struwwelpeter“-Buch, dem ihrer Ansicht nach „brachialste schwarze Pädagogik“ zugrunde liegt. Sonst richten sich ihre Beiträge meist gegen – vermeintliche oder tatsächliche – rassistische Tendenzen oder rechtsgerichtete Gruppierungen, gerne auch gegen die Grünen, für die sie in den 1980er Jahren im Stadtparlament saß und die sie 1991 verließ.

Immer wieder werden ihre zugespitzten Formulierungen vom Sitzungsleiter gerügt. 2015 provozierte Ditfurth sogar eine Sitzungsunterbrechung, als sie einen Stadtverordneten der rechten Gruppierung „Bürger für Frankfurt“ als „völkischen Rassisten“ bezeichnete.

Einer ihrer schärfsten Kritiker ist der FDP-Stadtverordnete Stefan von Wangenheim. Er ist sogar entfernt verwandt mit Ditfurth, die das „von“ im Namen schon lange nicht mehr führt. „Verwandte kann man sich leider nicht aussuchen“, sagt Wangenheim über seine „verehrte Cousine“. Und sein SPD-Kollege Thomas Bäppler-Wolf findet es schade, dass Stadtverordnete nicht einfach wie Bosbach aufstehen und gehen können. „Wir müssen immer sitzenbleiben, wenn sie spricht“, twitterte er.

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