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CDU-Politiker vergreift sich im Ton: Tauber provoziert Lindner und erntet fatales Echo

Peter Tauber Bilder > Foto: imago stock&people (imago stock&people) Peter Tauber
Berlin. 

Generalsekretäre sind normalerweise die „politischen Kampfmaschinen“ einer Partei. Sie sollen Positionen zuspitzen und den politischen Gegner direkter angreifen. Aber CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat am Wochenende die Erfahrung machen müssen, wie schnell man dabei auch in politische Fettnäpfchen treten kann. Denn der Vergleich des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner mit dem AfD-Oberen Alexander Gauland sorgte nicht nur bei der FDP für Empörung, sondern auch in den eigenen Partei für Kopfschütteln. Der Fall zeigt ein dreifaches Problem des hessischen CDU-Politikers.

Das erste fängt mit der FDP an. Denn Auslöser der Tauber-Äußerung in der „Bild am Sonntag“ ist der aufgestaute Ärger vieler in der CDU über die Liberalen und vor allem über Parteichef Lindner. Zwar betonen Merkel und auch Tauber in seinem Interview, dass die FDP weiter bevorzugter Partner sei, wenn den Liberalen bei der Wahl im September die Rückkehr in den Bundestag schaffen sollten. Aber die auch in der Union als chaotisch empfundene schwarz-gelbe Regierungszeit 2009 bis 2013 hat Spuren hinterlassen.

Der FDP-Chef hat Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel mehrfach persönlich in der Flüchtlingspolitik angegriffen und ihr vorgeworfen, sie begünstige Rechtsbruch in Deutschland. Das Fass zum Überlaufen brachte Lindners Interview vor einer Woche. Dort hatte der FDP-Chef der großen Koalition vorgeworfen, so viel Schaden angerichtet zu haben wie kaum eine Regierung vor ihr.

Dass dennoch kein CDU-Politiker aus der Deckung kam, um Tauber nach seiner Kritik zu verteidigen, lag daran, dass er sich nach Meinung vieler in der Partei im Ton vergriffen hat. „Er redet teilweise wie Herr Gauland von der AfD. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er statt eines abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug trägt“, hatte Tauber gesagt. Selbst CDU-Vize Armin Laschet fühlte sich zu einer Distanzierung aufgefordert, weil er die FDP und Lindner in Nordrhein-Westfalen als Koalitionspartner braucht.

Dass der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki Tauber eine „Taubernuss“ nannte, erinnerte daran, dass der CDU-„General“ nicht zum ersten Mal in der Kritik steht. Vergangenes Jahr musste er sich gegen Mobbing-Vorwürfe und eine Sexismus-Debatte in seinem hessischen CDU-Bezirk Gelnhausen verteidigen. Konservative werfen ihm vor, die Partei noch stärker verändern zu wollen als Merkel selbst.

(rtr)
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