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Nach tödlichen Schüssen auf Champs-Élysées: Terrormiliz IS reklamiert Attacke in Paris für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den tödlichen Angriff auf Polizisten in Paris für sich in Anspruch genommen. Bei dem Angreifer handele es sich um einen Kämpfer des IS, berichtete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag.
Bilder > Foto: fotolia.com / Matthias Buehner
Nach einem tödlichen Angriff auf Polizisten mitten in Paris gehen die Sicherheitsbehörden einem Terrorverdacht nach. Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées schoss ein Unbekannter in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wurde getötet. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, im Sender BFMTV. Der Angreifer wurde kurz darauf von der Polizei getötet. Am späten Abend hat der IS den Angriff für sich reklamiert.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Zu den Hintergründen der Tat gab es zunächst keine Informationen. Präsident François Hollande wollte bei einem Krisentreffen mit Premierminister Bernard Cazeneuve und Innenminister Matthias Fekl über die Lage beraten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Anschließend werde sich Hollande zu der Attacke äußern, hieß es unter Berufung auf das Umfeld des Präsidenten.

Am kommenden Sonntag ist in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl. Die Abstimmung soll von 50 000 Polizisten und Soldaten geschützt werden.

Die Attacke habe sich gegen 21.00 Uhr abgespielt, hieß es. Ein Auto habe neben einem Polizeiwagen gehalten, ein Insasse des Wagens habe das Feuer eröffnet und einen Beamten getötet, sagte der Ministeriumssprecher. Anschließend habe er nach ersten Informationen versucht, zu Fuß zu fliehen, und habe dabei auf weitere Polizisten geschossen und zwei verletzt. Die Beamten hätten ihn niedergeschossen.

Der Mann habe wohl eine automatische Waffe benutzt. Laut Innenministerium untersuchen Sprengstoffexperten das Fahrzeug des Angreifers. Es sei noch zu früh, um etwas zum Motiv des Angreifers zu sagen, hieß es. Ein Polizeigewerkschafter sagte nach Angaben des Senders BFMTV, derzeit werde weder ein krimineller Hintergrund noch ein Terrorakt ausgeschlossen.
Die Champs-Élysées waren am späten Abend weiträumig abgesperrt, ein Hubschrauber kreiste über der Szene. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, auch Soldaten waren vor Ort. Polizisten schrien Passanten an, von der Straße zu gehen.
Der Ministeriumssprecher Brandet erklärte, die Sicherheitskräfte seien noch dabei, sich zu vergewissern, dass der Mann allein gehandelt hat. Die Zeitung «Le Figaro» berichtete, es habe einen zweiten Angreifer gegeben, der womöglich auf der Flucht sei. Das wollen auch Augenzeugen gesehen haben.

US-Präsident Donald Trump sprach Frankreich sein Beileid aus. «Es sieht nach einem weiteren Terroranschlag aus», sagte Trump auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni in Washington. Trump sprach weiter von einem «schrecklichen Vorfall» und fügte hinzu: «Wir müssen stark und wachsam sein.» Auch Gentiloni kondolierte dem französischen Volk.

In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie der Ausnahmezustand. Die französische Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin verstärkt. Trotz der Terrorgefahr setzten die Kandidaten ihren Wahlkampf fort. Am Donnerstagabend traten die elf Kandidaten beim Fernsehsender France 2 nacheinander zu Kurzinterviews auf. Die Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.

Beim ersten Wahlgang wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Rechtspopulistin Marine Le Pen mit dem Mitte-Links-Kandidaten Emmanuel Macron erwartet.
 
 
(dpa)
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