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Britische Premierministerin: Theresa May gerät immer stärker unter Druck

Nach der desaströsen Rede von Premierministerin Theresa May fordern bereits einige Abgeordnete ihren Rücktritt. Auch die Medien spekulieren, wie die geschwächte Regierungschefin nun weitermachen will. Gleichzeitig meldeten sich etliche Parteikollegen sowie Politiker anderer Parteien zu Wort und verteidigten die Regierungschefin.
Berühmter Hustenanfall: Theresa May in Manchester. Foto: Joe Giddens (PA Wire) Berühmter Hustenanfall: Theresa May in Manchester.

Im Konferenzgebäude in Manchester stand eine schwarze Tafel, auf der Mitglieder der britischen Konservativen während des Parteitages ihre Meinung mit Hilfe von blauen Magneten kundtun konnten. Die Frage: „Wie lange sollte Theresa May bleiben?“ Bei „jetzt“ hingen am Dienstag nur drei Marker, dafür etliche bei „2019“, also jenem Jahr, in dem Großbritannien aus der EU ausscheidet. Und noch mehr blaue Punkte sammelten sich um „2022“, wenn die nächste Wahl ansteht.

Mitleid, Häme und Kritik

Seit Mittwoch dürfte sich das Verhältnis verschoben haben, nachdem die Premierministerin während ihrer Rede zum Abschluss des Jahrestreffens ein persönliches Debakel erlebte. Sie hustete und räusperte sich durch ihre Ansprache, bis sie fast ihre Stimme verlor, wurde von einem protestierenden Komiker unterbrochen, der ihr ein Entlassungsformular überreichte, angeblich von Boris Johnson stammend, und am Ende fielen dann noch Buchstaben aus dem Parteitags-Slogan, der hinter ihr an der Wand hing.

Premierministerin Theresa May.
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Sie wollte Führungsstärke und Autorität demonstrieren sowie einen Wendepunkt nach der enttäuschenden Neuwahl im Juni einleiten, bei der die Tories ihre absolute Mehrheit verloren. Stattdessen dominierten im Königreich gestern wahlweise Mitleid, Häme oder Kritik. Die angezählte Regierungschefin gerät immer stärker unter Druck, Medien spekulieren bereits über einen bevorstehenden Rücktritt. Oder würde sie nun drastische Maßnahmen einleiten und zum Beispiel ihren aufmüpfigen Außenminister Boris Johnson feuern, um Härte auszustrahlen? Es sei nun wichtig, die Partei zusammenzuhalten, denn „die wahre Tragödie wäre es, wenn wir am Ende Jeremy Corbyn in Nummer Zehn Downing Street hätten“, resümierte ein Abgeordneter die vorherrschende Stimmung in der strauchelnden Partei. Man würde mit May weitermachen – „auf jeden Fall bis wir durch den Brexit-Prozess sind“. Die im Umgang mit Politikern selten zimperliche britische Presse zeigte sich von ihrer besonders brutalen Seite. Dass sogar Medien, die May in der Regel wohlgesinnt sind, in den kritischen Kanon einstimmten, dürfte der Regierung Sorgen bereiten.

Humor, Esprit und Wärme

Im Kabinett verteidigten die Minister ihre Chefin, lobten ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen, die Rede trotz der Pannen zu Ende gebracht zu haben. Kollegen priesen ihr Pflichtbewusstsein und die politischen Vorschläge, die oft im „berühmtesten Hustenanfall der britischen Geschichte“ untergingen. Andere meinten, May habe endlich ihre menschliche Seite präsentiert. „Wir haben eine Frau mit Humor erlebt, mit Esprit und Wärme, zudem eine, die ihre Schwächen und persönliche Verwundbarkeit gezeigt hat“, verteidigte der Abgeordnete George Freeman May. Trotzdem, es war der Tiefpunkt eines ohnehin schon desaströsen Parteitags, bei dem frustrierte Delegierte und Mitglieder auf Seelensuche waren.

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