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US-Außenminister Mike Pompeo reist nach Nordkorea

Der Druck auf US-Außenminister Mike Pompeo wächst, konkrete Zusagen Nordkoreas zur atomaren Abrüstung zu erhalten. Bei einem neuen Besuch in Pjöngjang erhofft sich der frühere CIA-Chef Fortschritte.
Mike Pompeo, Außenminister der USA, bricht zu Gesprächen über atomare Abrüstung nach Pjöngjang (Nordkorea) auf. Foto: Andrew Harnik/AP POOL Mike Pompeo, Außenminister der USA, bricht zu Gesprächen über atomare Abrüstung nach Pjöngjang (Nordkorea) auf.
Seoul/Washington. 

Etwa drei Wochen nach seinem historischen Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un schickt US-Präsident Donald Trump erneut Außenminister Mike Pompeo nach Pjöngjang.

Im Mittelpunkt der Gespräche mit der kommunistischen Führung stehen konkrete Schritte zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms. Pompeo breche am Donnerstag nach Nordkorea auf und werde bis Samstag bleiben, wie das US-Außenministerium mitteilte. Es ist bereits der dritte Besuch des früheren CIA-Direktors innerhalb weniger Monate in dem international isolierten Land.

Die Gespräche kommen zu einer Zeit, in der in den USA neue Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Abrüstungsbeteuerungen von Kim Jong Un aufgekommen sind. In den USA waren Geheimdienstinformationen bekanntgeworden, wonach Nordkorea an neuen Aktivitäten zur Urananreicherung arbeitet. Hoch angereichertes Uran kann zur Atomwaffenproduktion verwendet werden. Sowohl das Weiße Haus als auch das US-Außenministerium erklärten, man kenne die Bedenken und habe sie im Auge.

Das Außenministerium machte keine genauen Angaben zu Art und Zeitpunkt der Gespräche. Auch ob es zu einem Treffen Pompeos mit Kim Jong Un kommen wird, war zunächst unklar.

Kim hatte beim Gipfel mit Trump am 12. Juni in Singapur seine Bereitschaft zur „kompletten Denuklearisierung” bekräftigt. Es blieb jedoch unklar, wie und bis wann die Abrüstung erfolgen soll. Trump hatte Nordkorea unter anderem „Sicherheitsgarantien” versprochen.

Auch in Südkorea gibt es Zweifel an Kims Abrüstungsverspechen. Militärs in Südkorea und den USA gingen davon aus, dass der umstrittene Nuklearkomplex Yongbyon in Nordkorea normal betrieben werde, sagte der Oppositionsabgeordnete Kim Hack Yong laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag. Der frühere Vorsitzende des Verteidigungsausschusses habe sich dabei auf das Verteidigungsministerium in Seoul berufen. In Yongbyon befinden sich unter anderem ein Atomreaktor, der Plutonium zum Waffenbau produzieren kann, sowie eine Anreicherungsanlage.

Auch gebe es Hinweise darauf, dass Nordkorea ein neues U-Boot baue, von dem aus ballistische Raketen abgefeuert werden könnten, wurde der Abgeordnete zitiert. Ballistische Raketen sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen, vor allem Atomraketen.

Pompeo reist von Pjöngjang nach Tokio weiter, wo er sich am Sonntag mit der südkoreanischen Außenministerin Kang Kyung Wha und dem japanischen Amtskollegen Taro Kono treffen wird. Bei den Gesprächen geht es darum, die Zusammenarbeit der drei Staaten in der Nordkorea-Frage voranzutreiben.

(dpa)
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