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„Er war wie eine Krake“: US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump wird abermals von Vorwürfen eingeholt

Donald Trump hat nach US-Medienberichten seinen Wahlkampf im wichtigen Wechselwähler-Staat Virginia deutlich zurückgefahren. Der Republikaner Trump liegt dort laut Umfragen klar hinter seiner demokratischen Kontrahentin Hillary Clinton zurück. Und jetzt melden sich auch noch weitere Frauen, die von Übergriffen berichten.
Hat derzeit wenig zu lachen: Donald Trump. Foto: GERARDO MORA (GETTY IMAGES NORTH AMERICA) Hat derzeit wenig zu lachen: Donald Trump.
Washington. 

Es seien „nur Worte“ gewesen – mit dieser Beteuerung hatte Donald Trump in den vergangenen Tagen versucht, den Aufruhr um das Skandalvideo mit seinen vulgären Sprüchen einzudämmen. Doch nun gibt es eine ganze Flut von neuen und belastenden Enthüllungen über den Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner. Rund ein halbes Dutzend Frauen wirft dem Immobilienmogul vor, sie bedrängt und begrapscht zu haben. Trump droht in der Schlussphase des Wahlkampfs noch tiefer in den Abwärtssog gerissen zu werden.

Die drastischen Schilderungen der Frauen widersprechen Trumps Behauptung, bei seinen Obszönitäten aus der heimlichen Video-Aufzeichnung von 2005 habe es sich um ein bloßes „Umkleidekabinen-Gespräch“ gehandelt. In der Aufzeichnung prahlt der frühere Reality-TV-Star damit, dass er sich bei Frauen alles erlauben könne: Sie etwa ohne Umschweife auf den Mund zu küssen oder zwischen ihre Beine zu fassen.

Und genau solche Handlungen werfen ihm jetzt mehrere Frauen vor. Trump habe sie während eines Fluges an die Brüste gefasst und unter ihren Rock zu greifen versucht, sagte die frühere Geschäftsfrau Jessica Leeds. „Er war wie eine Krake. Seine Hände waren überall.“

Trump reagierte auf die neuen Enthüllungen mit einem wütenden Dementi. „Nichts von dem ist jemals passiert“, sagte er zu dem Bericht der „New York Times“, in dem Leeds und eine weitere Frau den Baulöwen anprangern. Sein Sprecher Jason Miller bezichtigte die Zeitung des „Rufmords“. Doch mit seinen Gegenattacken auf die Medien wird Trump wohl nicht verhindern können, dass der Wahlkampf vorerst völlig von den Berichten der Frauen dominiert sein wird.

Die heute 74-jährige Leeds etwa schildert in plastischen Details den „Überfall“, den der Immobilienmogul vor rund 35 Jahren auf sie verübt habe. Sie habe damals nur zufällig neben ihm in der ersten Klasse gesessen, sei ihm nie zuvor begegnet. 45 Minuten nach Abflug habe Trump die Armlehne hochgeklappt und sie zu betatschen begonnen. „Das war ein wirklicher Schock.“

Die heute 36-jährige Mindy McGillivray wiederum sagte der „Palm Beach Post“ aus Florida, Trump habe sie am Hintern gepackt, als sie 2003 als Assistentin eines Fotografen in seinem Mar-a-Lago-Ressort gewesen sei. Drastisch ist auch die Schilderung von Natasha Stoynoff, einer Journalistin des „People“-Magazins. Als sie Trump 2005 für eine Reportage in Mar-a-Lago besucht habe und allein mit ihm in einem Zimmer gewesen sei, habe er die Tür geschlossen, sie gegen die Wand gedrückt „und seine Zunge in meine Kehle gepresst“.

Angesichts der Vielzahl der Anschuldigungen dürften Trump seine Gegenattacken auf die Medien wenig nutzen – nur bei seinen eingefleischten Fans wird er damit Jubel auslösen. Jenseits davon aber dürften in seiner Partei die Fluchtbewegungen zunehmen – schon nach der Video-Enthüllung hatten sich zahlreiche prominente Republikaner von ihm abgesetzt. Trumps wütende Angriffe gegen „illoyale“ Republikaner haben seither die Kluft zwischen dem Kandidaten und seiner Partei vertieft.

Hillary Clinton hat also trotz bekannter eigener Probleme vorerst leichtes Spiel. Ihre Gelassenheit brachte die demokratische Präsidentschaftskandidatin dadurch zum Ausdruck, dass sie es ihrem Team überließ, die neuen Enthüllungen über ihren Kontrahenten zu kommentieren. Dadurch werde belegt, dass Trumps sexistische Prahlereien aus dem Video „mehr als nur Worte“ seien, sagte Clinton-Sprecherin Jennifer Palmieri.

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