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USA sollen Cyber-Angriff zur „Bloßstellung” Moskaus erwägen

Gerade sprechen Russland und die USA wieder über Syrien, da bahnt sich offenbar eine neue Konfrontation zwischen beiden Ländern an. Die CIA soll eine Attacke auf russische Computernetzwerke vorbereiten. Angebliches Ziel: Kremlchef Putin diskreditieren.
Die CIA soll eine Attacke auf russische Computernetzwerke vorbereiten. Das angebliche Ziel: Kremlchef Putin diskreditieren. Foto: Felix Kästle/Archiv Die CIA soll eine Attacke auf russische Computernetzwerke vorbereiten. Das angebliche Ziel: Kremlchef Putin diskreditieren. Foto: Felix Kästle/Archiv
Washington/Moskau. 

Nach jüngsten Hackerangriffen auf politische Institutionen in den USA erwägt Washington angeblich, sich mit einer groß angelegten Cyber-Attacke gegen Russland zu revanchieren.

Damit könnte der Führung in Moskau ein Denkzettel für die ihr vorgeworfene Manipulation des US-Wahlkampfs erteilt werden, berichtete der Sender NBC News unter Berufung auf mehrere Geheimdienstquellen.

Der Auslandsgeheimdienst CIA sei beauftragt worden, dem Weißen Haus mehrere Optionen für heimliche Cyberattacken vorzulegen, die den Kreml empfindlich treffen und „bloßstellen” könnten. Die Führung in Moskau reagierte empört.

Die CIA lehnte am Samstag eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Aber ein ranghoher Washingtoner Regierungsbeamter sagte der Nachrichtenagentur dpa, Präsident Barack Obama habe „klar gemacht, dass wir handeln werden, um unsere Interessen zu schützen, so im Cyberspace, und das zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl”.

Der Beamte fügte hinzu, dass die Öffentlichkeit nicht zwangsläufig wissen werde, wann die Maßnahme ergriffen worden sei oder was sie beinhalte.

In dem NBC-Bericht von Freitagabend (Ortszeit) wurden ebenfalls keine konkreten Strategien erwähnt, allerdings soll die CIA bereits Vorbereitungen getroffen und potenzielle Ziele ausgewählt haben. Frühere Geheimdienstmitarbeiter eröffneten NBC News demnach, dass die Central Intelligence Agency (CIA) Dokumente gesammelt habe, die zwielichtige Taktiken von Kremlchef Wladimir Putin ans Licht bringen könnten.

US-Vizepräsident Joe Biden sagte in der NBC-Sendung „Meet the Press”: „Wir senden eine Botschaft” an Russland - und zwar „zu einem Zeitpunkt unserer Wahl und unter den Umständen, die die größte Wirkung entfalten werden”. Auf die Frage, ob die Öffentlichkeit von diesem Schritt erfahren werde, antwortete Biden: „Ich hoffe nicht.”

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow kritisierte die angeblichen Pläne. „Das ist schon am Rande der Grobheit”, sagte der Kremlmitarbeiter am Samstag. „Falls das geschieht, werden wir natürlich reagieren”, warnte Uschakow der Agentur Tass zufolge.

Laut NBC News liegt die Entscheidung über eine CIA-Operation bei Obama. Innerhalb der Regierung gebe es Meinungsverschiedenheiten, ob die Pläne wirklich in die Tat umgesetzt werden sollten - oder ob traditionelle Druckmittel wie Sanktionen einer geheimen Cyber-Operation nicht vorzuziehen wären.

Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist - unter anderem wegen des Syrien-Kriegs, in dem beide Militärmächte unterschiedliche Parteien unterstützen - seit Monaten gespannt. Zusätzlich belastet wurden die Beziehungen zuletzt durch Vorwürfe aus Washington, Moskau mische sich mit Hackerangriffen auf Computersysteme politischer Organisationen und Institutionen in den laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf ein. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete diese Anschuldigung als Unsinn.

Darüber hinaus machte John Podesta, Wahlkampfchef der demokratischen Präsidentenkandidatin Hillary Clinton, russische Geheimdienste für einen Hackerangriff auf sein E-Mail-Konto verantwortlich.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte zuvor eine große E-Mail-Sammlung ins Netz gestellt, bei der es sich um Korrespondenz Podestas handeln soll. Im August hatte Wikileaks gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes der Demokraten veröffentlicht. Schon damals verdächtigten Experten und Regierungskreise russische Hacker mit Verbindungen zu Regierungsorganisationen.

(dpa)
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