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Unruhen bei Präsidentenwahl in Kamerun

Bei der Präsidentenwahl im Kamerun will sich Staatschef Biya eine neue Amtszeit sichern. Doch in einem Landesteil kämpfen Separatisten um Unabhängigkeit. Unruhen prägen dort die Abstimmung.
Anhänger der Präsidentschaftskandidaten der Opposition, Cabral Libii, während einer Wahlkampfkundgebung. Foto: Sunday Alamba/AP Anhänger der Präsidentschaftskandidaten der Opposition, Cabral Libii, während einer Wahlkampfkundgebung.
Jaunde. 

Von vereinzelten Unruhen begleitet haben die Bürger Kameruns einen neuen Präsidenten gewählt. In dem größeren französischsprachigen Teil des Landes verlief die Abstimmung zumeist problemlos. Allerdings kam es im englischsprachigen Landesteil zu Unruhen.

In der Hauptstadt Jaunde etwa gaben die Bürger in vielen Wahllokalen friedlich ihre Stimme ab, wie ein dpa-Reporter berichtete. In Bamenda und Orten im Südwesten beschossen sich Sicherheitskräfte und Separatisten. Dabei seien sechs Kämpfer getötet worden, sagte der Parlamentsabgeordnete Andrew Kwei.

Der seit fast 36 Jahren amtierende Staatschef Paul Biya strebt bei der Wahl eine weitere Amtszeit an. Dem 85-Jährigen ist ein Sieg so gut wie sicher - trotz Unsicherheit im Norden, wo wide Terrorgruppe Boko Haram ihr Unwesen treibt, und einer offenen Rebellion im englischsprachigen Landesteil.

Knapp sieben Millionen der rund 23 Millionen Bürger waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Ergebnisse müssen laut Verfassung innerhalb von 15 Tagen verkündet werden.

Kamerun war einst eine deutsche Kolonie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Großteil des Landes eine französische Kolonie, einen kleineren Teil bekam Großbritannien. Die Aufteilung bildete nach Ansicht vieler Experten den Keim für den heutigen Konflikt.

Die englischsprachige Minderheit fühlt sich seit langem von der frankophonen Mehrheit benachteiligt. Der Konflikt ist seit 2017 mit offenen Bestrebungen nach staatlicher Unabhängigkeit eskaliert. Proteste wurden mit harter Hand verhindert. Die Separatisten riefen daraufhin ihre eigene Republik namens „Ambazonia” aus, die nicht international anerkannt wird.

In einigen Orten im englischsprachigen Landesteil hätten Separatisten Bewohner am Sonntag angewiesen, nicht wählen zu gehen, sagten Anwohner. Viele Menschen trauten sich demnach nicht auf die Straße. Der Sprecher eines regionalen Büros der Wahlkommission, Moki Stephen Mokondo, konnte nach eigenen Angaben ein Wahllokal in Buea nicht verlassen, da im Ort geschossen werde.

Wegen der Unsicherheit würden sehr wenige Menschen in Buea nicht wählen gehen, sagte ein Wahlbeobachter des African Center for Research on Democracy and Development. Die Wahlkommission habe zudem in der Region nur einige wenige Wahllokale eingerichtet, damit diese ausreichend geschützt werden können, wie der Chef der Wahlkommission, Enow Abrams Egbe, sagte.

Im Vorfeld der Wahl hatte der UN-Generalsekretär António Guterres zu einer friedlichen und glaubwürdigen Wahl aufgerufen. Er forderte alle Beteiligten dazu auf, sich in Zurückhaltung zu üben.

Biyas sechs Gegenkandidaten werden wenig Chancen eingeräumt. Kritikern zufolge liegt dies weniger an seiner Beliebtheit als vielmehr am schlechten Zustand der Demokratie und einer zerstrittenen Opposition in dem zentralafrikanischen Land. Einer der wichtigsten Herausforderer ist Joshua Osih (49), ein englischsprachiger Kameruner und Vizepräsident der größten Oppositionspartei. Ein weiterer prominenter Kandidat ist Akere Tandeng Muna (65), ein Experte der Afrikanischen Entwicklungsbank.

(dpa)
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