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Polizisten kontrollieren ein Café in Düsseldorf, das vor allem von Nordafrikanern besucht wird. Foto: Maja Hitij (dpa) Polizisten kontrollieren ein Café in Düsseldorf, das vor allem von Nordafrikanern besucht wird.


Doch der letzte strafrechtliche Nachweis sei seinen Fahndern bisher nicht gelungen. Solange es keine hieb- und stichfesten Beweise für organisierte Kriminalität gibt, bleibt den Ermittlern aber die Telefonüberwachung der nordafrikanischen Antänzer-Szene verwehrt. Womöglich müsste im Falle nachgewiesener Bandenkriminalität auch das Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernehmen. Die jüngste Großrazzia im Düsseldorfer Bahnhofsviertel zielte vor allem darauf ab, Strukturen im Milieu abzuklären. „Dabei wollten wir schauen, wer da mit wem zusammensitzt und gemeinsam agiert“, sagt Kubicki. „Wir müssen auch dahin, wo die Täter sich aufhalten, vermeintlich sicher fühlen, ihre Taten verabreden und die gemachte Beute absetzen.“

Für besorgniserregend hält der Düsseldorfer Kriminaldirektor vor allem die zunehmende Gewalttätigkeit in der Taschendieb-Szene. Bei ihren Übergriffen stünden die Täter häufig unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Opfer würden genauso aggressiv angegriffen wie Polizeibeamte. „Die Gruppe erscheint insgesamt unverschämt und respektlos“, schreibt eine Kriminalbeamtin.

Auch die Kölner Polizei hat in der Taschendieb-Szene etwa 1800 Personen aus Nordafrika im Visier. Bei ihren Raubzügen seien die Täter oftmals mit Messern und Totschlägern bewaffnete, berichtet der Kölner Chefermittler Günther Korn. „Fast keiner ist nüchtern, wenn er auf Raubzug geht.“ Damit sie länger auf der Straße durchhielten, nähmen die Täter Drogen und spezielle Betäubungstabletten. Dies mache sie besonders aggressiv. Polizisten müssten immer wieder Gewalt anwenden, um diese Täter bei der Festnahme „zu bändigen, damit sie nicht entwischen“.

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Die Täter sind offenkundig polizeiresistent. „Eine zwischenzeitliche Festnahme nach Diebstahldelikt bewirkt offenbar kein Umdenken“, heißt es in dem „Casablanca“-Bericht. Nur wenig später seien die Festgenommenen schon wieder in den Vergnügungsvierteln der Düsseldorfer Altstadt oder an den Kölner Ringen als Straftäter in Erscheinung getreten.

Bei dieser Klientel handele es sich um „moderne Nomaden“, sagt Rechtsanwalt Ingo Lindemann, der einen Tatverdächtigen der Kölner Silvesternacht wegen Diebstahls verteidigt. „Sie sind keine Kriegsflüchtlinge, sondern große Straßenkinder, die mit dem Flüchtlingsstrom durch Europa ziehen.“ NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte in der jüngsten Sitzung des Innenausschusses, nordafrikanische Familien schickten immer häufiger ihren ältesten und leistungsstärksten Sohn nach Europa, um dort Geld zu verdienen. Die von den Familien vorfinanzierten Reisen würden in der Regel über Schleuserbanden organisiert.

Nach einem aktuellen Bericht der „Welt“ sollen sich die führenden Innenpolitiker von CDU, FDP und Grünen am 23. Oktober 2014 in einer Sitzung des Innenausschusses im Düsseldorfer Landtag mit dem Innen-Staatssekretär Bernd Nebe (SPD) fraktionsübergreifend darauf verständigt haben, Gewalttaten nordafrikanischer Männer in Flüchtlingsheimen nicht öffentlich zu problematisieren. Die Bevölkerung solle nicht zu sehr beunruhigt werden. FDP-Fraktionsvize Wolfgang Stamp soll laut Protokoll seine Abgeordnetenkollegen gewarnt haben, solche Vorfälle könnten „schnell dazu führen, dass von interessierter Seite Stimmung gemacht“ werde.

Zuvor hatte es aus der landeseigenen Erstunterkunft in Neuss einen Brandbrief an die Politiker und die für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Bezirksregierung Arnsberg gegeben. „Unsere Gäste aus Nordafrika laufen aus dem Ruder“, schrieb Stephanie Held als Aufseherin der Neusser Asylanten-Einrichtung im Herbst 2014 an ihre Dienstvorgesetzten. „Wir brauchen ganz dringend Unterstützung.“ Unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol machten 15 Marokkaner fast jede Nacht Randale. Ärzte des örtlichen Krankenhauses seien mehrfach gewalttätig bedrängt worden, ihnen Psychopharmaka zu geben.

Nach Bekanntwerden dieses Hilferufes der Flüchtlingshelfer räumte Minister Jäger in der Innenausschusssitzung vom 20. November 2014 ein, dass Flüchtlinge aus nordafrikanischen Staaten, „ein Verhalten an den Tag legen, das sicher problematisch“ sei. Zum Stillschweigen riet Jäger den Abgeordneten aber ausdrücklich nicht. „Wer die Probleme lösen will, muss sie ehrlich benennen.“

Ob der wegen des fehlerhaften Polizeieinsatzes in der Kölner Silvesternacht politisch in arge Bedrängnis geratene NRW-Innenminister über die Erkenntnisse seiner Düsseldorfer „Casablanca“-Fahnder im Bilde war, ist derzeit nicht klar. Die schriftliche Beantwortung einer Recherche-Anfrage unserer Zeitung lehnte das Ministerium wiederholt ab. Ein Sprecher verwies lediglich darauf, dass das Dossier über die nordafrikanische Kriminellen-Szene im Düsseldorfer Maghreb-Viertel nicht ausdrücklich an das Innenministerium adressiert sei. Allerdings habe der Bericht das Haus wohl irgendwann „informell“ erreicht. „Aber wir wissen nicht, wo der Bericht genau ist.“

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