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Bundestagswahl 2017: Video vom jungen Christian Lindner wird zum Social-Media-Hit

«Schulranzen verändern die Welt, nicht Aktenkoffer», ist auf Christian Lindners Wahlplakaten zu lesen. Vor 20 Jahren sah die Welt des FDP-Chefs anders aus: Als Jungunternehmer machte er mit Mercedes und Pop-Krawatte auf dicke Hose. Ein Video wird zum Social-Media-Hit.
Berlin.  Seine Wahl-Spots in Schwarz-Weiß, mit T-Shirt und Dreitagebart rauschten bereits erfolgreich durchs Netz. Die Twitter-Gemeinde feierte ihn mit witzigen Foto-Collagen als «ThermiLindner» ab.

Jetzt macht ein Video aus der Jugend von FDP-Chef Christian Lindner Furore. Die RTL-Sendung «Stern TV» hat einen Drei-Minuten-Film ausgegraben, der 1997 für ein Jugendmagazin der Deutschen Welle gedreht wurde. Mittlerweile wurde das Video allein auf der Facebook-Seite der Sendung mehr als 1,2 Millionen Mal angeklickt und in sozialen Medien tausendfach kommentiert.



Im geliehenen Mercedes fährt der damals 18-jährige Jungunternehmer zusammen mit einem Kumpel auf dem Schulhof des Gymnasiums seiner Heimatstadt Wermelskirchen bei Köln vor. Das Outfit wie aus dem Manager-Handbuch: Anzug, blaues Hemd mit weißem Kragen, Aktenkoffer und Kuhflecken-Krawatte. Während seine Klassenkameraden brav für's Abi büffeln (für Lindner Zeit, die durch den «Schredder» läuft), verkauft ein vor Selbstbewusstsein strotzender Jungliberaler mit blonden Strubbelhaaren lieber Reden und Marketingkonzepte an kleine Firmen. Das Dachgeschoss von Oma und Opa Lindner wird zur Chefetage. Man müsse ältere Geschäftsführer durch Leistung und Kompetenz überzeugen, die «nicht akademisch domestiziert» sei: «Dann sagt der Kunde, wir haben den richtigen Fang gemacht», erzählt der junge Linder, damals schon so eloquent wie heute.

Sein damaliges Geschäftsmotto: «Ran an die Arbeit, Arbeit bewältigen, Probleme sind nur dornige Chancen!» Das passt perfekt zur Mission Bundestags-Comeback. Lindner will die FDP, die 2013 aus dem Bundestag flog, am übernächsten Sonntag zurück auf die Berliner Bühne führen. Der heute 38 Jahre alte FDP-Star hat sich hin und wieder aber auch eine blutige Nase geholt.

Eine von ihm mit Partnern gegründete kleine Werbeagentur geht Ende 2001 nach dem Platzen der New-Economy-Blase in die Insolvenz. Die politische Konkurrenz wirft ihm das gerne vor. Wie im Sommer 2015, als ein SPD-Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag Lindners Scheitern in der Wirtschaft anprangert - der antwortet mit einer Wutrede, die bei Youtube ein Klick-Hit wird. «Diese Häme begleitet auch viele andere Menschen, die etwas wagen und einmal scheitern», schreibt Lindner, der sich im Wahlkampf als Digital-Hipster unter den deutschen Politikern inszeniert, auf seiner Website.

Der einstige Zögling des damaligen FDP-Chefs Guido Westerwelle ist es gewohnt zu polarisieren. In den sozialen Netzwerken geht das Video von '97 durch die Decke.

«Sein Handwerk versteht er schon damals, einem eine Waffel ans Ohr quatschen und zu 100 Prozent von sich überzeugt sein», schreibt eine Frau bei Facebook. Ein anderer verteidigt Lindner: «Diese Neidkultur in diesem Land macht mich krank. Warum werden mutige Jungunternehmer belächelt, obwohl sie ein Vorbild für ihre Klassenkameraden darstellen?» Lindner amüsiert sich über die Video-Zeitreise: «Danke, sterntv. Das war 1997 Gründerkultur 1.0», twittert er mit einem Smiley, der Tränen lacht. PR-Profi Lindner dürfte gut lachen haben. Dank des Videos ist er zehn Tage vor der Wahl mal wieder «talk of the town» - und das kostenlos. (dpa)
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