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Jahrestag: Vor 50 Jahren erschütterten Studentenunruhen Frankfurt

Von Es war der 12. April 1968, ein Karfreitag. Junge Demonstranten ziehen in Frankfurt auf, die Lage eskaliert. Am Ostermontag darauf wird alles noch schlimmer.
Die Polizei setzt am Ostermontag 1968 Wasserwerfer gegen Demonstranten in der Frankenallee ein. Bilder > Die Polizei setzt am Ostermontag 1968 Wasserwerfer gegen Demonstranten in der Frankenallee ein.
Frankfurt. 

Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am Gründonnerstag 1968 schwappt die Protestwelle nach Frankfurt über. Der Zorn der Studenten richtet sich gegen die „Bild“-Zeitung des Verlags Springer. Rund um die Druckerei dieser Zeitung kommt es vor 50 Jahren an den Ostertagen zu Straßenschlachten. Dort wird die „Bild“-Zeitung in einer Teilauflage gedruckt.

Der 12. April 1968 fällt auf den Karfreitag. Es ist alles andere als ein stiller Feiertag. Tausende wütende Studenten versammeln sich vor dem Gebäude der Societäts-Druckerei an der Mainzer Landstraße. Die Demonstranten rücken mit roten Fahnen und Vietkong-Flaggen an. Ein Teil der Studenten ist mit Betonplatten ausgestattet – Frankfurt ist damals kurz vor der Fertigstellung der ersten U-Bahn-Strecke und gleicht deshalb einer Baustelle. Die Polizei verschanzt sich im Hof und versucht, das Eindringen der Demonstranten in das Gebäude zu unterbinden.

„Das Ziel war es, die Auslieferung der ,Bild‘-Zeitung zu verhindern“, berichtet der damals 19 Jahre alte Student Jürgen Walburg, später Redakteur bei dieser Zeitung. Walburg erzählt, das Boulevardblatt „Bild“ habe gegen die Studentenbewegung gehetzt und zumindest indirekt zu Attentaten angestiftet. Auch Walburg protestiert vor der Druckerei. Als die Stimmung im Laufe des Tages aber immer aggressiver wird, beschließt er zu gehen. „Es war nicht mein Ding, mit Gewalt zu reagieren.“

Demonstranten versuchen vor der Frankfurter Societäts-Druckerei, in der eine Teilauflage der «Bild»-Zeitung gedruckt wurde, die Ausgänge zu verbarrikadieren, um die Auslieferung der Zeitung zu verhindern. Archivfoto: dpa
Historischer Liveticker So verliefen die Osterunruhen 1968 in Frankfurt

Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke waren die Ostertage in vielen westdeutschen Städten von großen Unruhen geprägt. Am 15. April 1968 ging es in Frankfurt besonders heftig zur Sache. Ein Protokoll in Echtzeit.

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Nach zwei ruhigeren Tagen erreichen die Proteste vor der Societäts-Druckerei am Ostermontag ihren Höhepunkt. Polizisten riegeln die Zugänge rund um das Gebäude ab. Sie tragen an ihren Gürteln Gasmasken.

Am Abend rücken mindestens 4000 Demonstranten an. Einer ruft in ein Megafon: „Macht euch auf eine lange Nacht gefasst!“ Einige bewerfen die Polizei mit Tränengaspatronen sowie Flaschen, die mit Farbe und Kalk gefüllt sind. An einer Straßenkreuzung bringt eine Gruppe leere Lieferwagen der „Abendpost/Nachtausgabe“ und der „Frankfurter Neuen Presse“ zum Stehen und lässt die Luft aus den Reifen. Die berittene Polizei sprengt den Ring der Demonstranten. Die ersten Zeitungsfahrzeuge können das Gelände verlassen. Kurz darauf stößt ein Trupp von 600 Demonstranten zum Hauptbahnhof vor, wo ein Teil der Zeitungen zum Versand verladen wird. Trotz der Übergriffe gelingt es, vier Zeitungswagen zu entladen.

Robert Schmelzer, Chefredakteur dieser Zeitung von 1967 bis 1979
„Verrat an ihrem Herrn und Meister“

Der damalige Chefredakteur dieser Zeitung, Robert Schmelzer, kommentierte heute vor 50 Jahren, am 12. April 1968, das Attentat auf den Studenten-Wortführer Rudi Dutschke.

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Die Polizei bilanziert am Ende: „Zwölf Festnahmen, sieben Frankfurter Polizeibeamte und zwei Pferde verletzt, drei Polizeifahrzeuge mit Reifen- und Blechschäden außer Gefecht gesetzt. Durch den Polizeiarzt wurden zwölf verletzte Zivilpersonen behandelt.“

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