Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

SPD: Was vom Schulz-Hype übrig blieb

Von Vorbei scheinen die Zeiten, in denen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz der Bundeskanzlerin Angela Merkel gefährlich werden konnte. Ihre Taktik scheint aufgegangen zu sein. Doch es gibt für Schulz auch eine realistische Machtoption..
Christina Blank aus Beselich-Obertiefenbach Foto: Michael Kappeler (dpa) Christina Blank aus Beselich-Obertiefenbach
Frankfurt. 

Anfang des Jahres war die SPD wie im Rausch. Nachdem Martin Schulz Ende Januar zum Kanzlerkandidat gemacht wurde, gingen die Umfragewerte durch die Decke. Die Partei stieg von rund 23 auf bis zu 33 Prozentpunkte, rangierte in einigen Umfragen sogar vor der Union, und Schulz wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel auch in den persönlichen Beliebtheitswerten gefährlich. Reihenweise traten neue Mitglieder in die SPD ein, die quasi ihre Auferstehung feierte. Allein in den ersten vier Schulz-Wochen verkündete die SPD stolz rund 6500 Neumitglieder. Zeitweilig lag Schulz sogar im persönlichen Ranking vor Merkel.

Die Union, die die Wahl gegen den erwarteten Gegner Sigmar Gabriel schon gewonnen zu haben glaubte, wurde nervös. Es gab warnende Stimmen in der Union, dass die Kanzlerin diesmal nicht auf die bewährte Schlafwagen-Taktik setzen dürfe und kämpfen müsse.

Doch mit der Landtagswahl im Saarland kam am 26. März für die SPD die große Ernüchterung und für die Union die Siegesgewissheit zurück. Schulz, der letztlich mit seinem Gerechtigkeitswahlkampf auf Rot-Rot-Grün gesetzt hatte, musste feststellen, dass im Saarland selbst SPD-Stammwähler aus Sorge vor einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei lieber die CDU mit ihrer durchaus sozial denkenden Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wählten.

Schulz erwies sich nach der Wahl als guter Verlierer, musste aber diese Fähigkeit auch nach den Mai-Wahlen in Schleswig-Holstein und NRW noch zweimal zeigen. Die SPD verlor krachend alle drei Wahlen, die den roten Teppich zur Bundestagswahl bilden sollten.

Inzwischen ist die SPD wieder bei den Umfragewerten aus der Vor-Schulz-Zeit gelandet. Kaum einer gibt ihr noch die Chance, die stärkste Partei zu werden oder der Union zumindest so nahe zu kommen, dass Schulz den Anspruch erheben könnte, mittels einer Ampel mit FDP und Grünen oder eines Linksbündnisses Kanzler zu werden. Die realistischste Machtoption der SPD ist es, erneut Juniorpartner in einer großen Koalition mit der Union zu werden.

In dieser Situation haben wir drei neue Mitglieder gefragt, was sie bewog, in diesem Jahr in die SPD einzutreten, ob sie diesen Entschluss inzwischen bereuen und wie sie Schulz jetzt sehen.

Marvin Biebert wollte ohnehin eintreten

Marvin Biebert hat sich gewissermaßen antizyklisch verhalten. Während viele andere durch das Schulz-Fieber Anfang des Jahres animiert wurden, in die SPD zu gehen, trat der Abiturient aus Unterliederbach

clearing
Für Christina Blank kommt er ...

Christina Blank aus dem Beselicher Ortsteil Obertiefenbach ist in die SPD eingetreten, „weil Martin Schulz für mich supersympathisch rüberkommt“. Es war für die 41-jährige Erzieherin nach

clearing
Jutta Bernert sah Euphorie mit Abstand

„Martin Schulz ist mein Wunschkandidat, er hat Format und lebt den europäischen Gedanken“, sagt SPD-Mitglied Jutta Bernert aus Friedrichsdorf.

clearing
Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse