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In Hessen hellt’s auf: Wovor die Deutschen sich fürchten – und wie sich ihre Ängste entwickeln

Von Vergangenes Jahr schienen sie die großen Angsthasen zu sein – aber nun haben sich die Hessen mehr Befürchtungen von der Seele geschafft als der ganze große Rest von Deutschland.
Schon vor dem Lkw-Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin am 19. Dezember 2016 fühlten sich die Deutschen am stärksten von Terrorismus bedroht. Foto: Bernd von Jutrczenka Schon vor dem Lkw-Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin am 19. Dezember 2016 fühlten sich die Deutschen am stärksten von Terrorismus bedroht.
Berlin. 

Okay, am unerschrockensten sind immer noch die Berliner. Ist vielleicht mentalitätsbedingt, hat aber ganz sicher auch damit zu tun, dass das Leben in einer Metropole einen gewissen Abhärtungseffekt hat. Aber zu den Tafferen der Republik dürfen sich in diesem Jahr auch die Hessen zählen: Sie haben in der jährlichen Ängste-Tabelle der R+V-Versicherung den größten Sprung nach vorne gemacht: vom 16. (letzten) Platz auf Rang 8.

Damit sind die Hessen, zusammengenommen, kaum ängstlicher als die Nachbarn in Rheinland-Pfalz und die Saarländer – aber klar unerschrockener als beispielsweise die Nordrhein-Westfalen und die Bayern, die Drittängstlichsten in der Republik. Die furchtsamen Spitzenreiter sind diesmal die Sachsen-Anhalter vor den Thüringern.

Furcht vor Überforderung

Insgesamt fürchten sich die Deutschen derzeit am meisten vor Terrorismus (71 Prozent), vor politischem Extremismus (62) und vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (61). Damit wiegen die Sorgen im Bereich Politik ganz klar am schwersten.

Gleichzeitig allerdings ist im Jahr der Bundestagswahl – gefragt wurden von Ende Juni bis Ende Juli 2380 repräsentativ ausgesuchte Deutsch sprechende Einwohner ab 14 – die Furcht vor Überforderung der Politiker zurückgegangen: um zehn Prozent. Trotzdem bleiben in dieser Hinsicht 55 Prozent ängstlich. Der Notenschnitt für die Politiker – 1 bis 6 können gegeben werden, wie in der Schule – hat sich von 4,2 auf 3,9 verbessert. 30 Prozent gaben dennoch ein „Mangelhaft“ oder „Ungenügend“, nur neun Prozent gönnten Merkel, Schulz und Co. ein „Sehr gut“ oder „Gut“.

Auch die jährliche Sonderfrage war politisch; in ihrem Zentrum: US-Präsident Donald Trump. Trotz seiner zahlreichen Europa- und Nato-kritischen Äußerungen befürchten gerade mal 34 Prozent, also ein Drittel, dass Deutschland die USA als wichtigen Bündnispartner verlieren könnte.

Schulden ausgleichen

Geringer als jemals zuvor sind im 26. Studienjahr die wirtschaftlichen Sorgen. Vor steigender Arbeitslosigkeit haben aktuell nur 26 Prozent Angst, vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes 27. Eine Trendumkehr der boomenden Wirtschaft befürchten 37 Prozent – 15 weniger als noch im vergangenen Jahr. Stark bleibt indes die Sorge, die deutschen Steuerzahler könnten die Schulden anderer EU-Länder ausgleichen müssen: Rang vier in der Ängsteskala mit 58 Prozent – auch wenn das sieben weniger sind als 2016.

Zwei Befürchtungen sind dagegen gewachsen: Schadstoffe in Nahrungsmitteln ängstigen 58 Prozent der Befragten (plus 1), drohende Naturkatastrophen 56 (plus 4).

Weil die meisten Ängste abgenommen haben, sank auch der sogenannte Angstindex – also der Durchschnitt aller abgefragten Sorgen: um sechs auf 46 Prozent. Der langjährige Studien-Interpret der R+V, der Politologe Manfred G. Schmidt von der Universität Heidelberg, versteht das nicht als Indiz für Sorglosigkeit. Dagegen spreche, dass vier Ängste den zweithöchsten Wert seit Umfragenbeginn erreichen: vor Terror, Extremismus, Spannungen durch Zuzug von Ausländern und Schadstoffen in Nahrungsmitteln.

Die Hessen sind diesmal also unterdurchschnittlich besorgt. Und sie haben ein ganz eigenes Ängste-Ranking. Mehr als den Rest der Republik plagt sie die Furcht vor den Folgen der Schuldenkrise (Rang 2, insgesamt 4) und davor, im Alter pflegebedürftig zu sein (Rang 3, insgesamt 9). Ihre Plätze vier bis zehn belegen die Sorge vor politischem Extremismus, Spannungen durch den Zuzug von Ausländern, schwerer Erkrankung, Naturkatastrophen, der Überforderung durch Flüchtlinge, steigenden Lebenshaltungskosten und Schadstoffen in Nahrungsmitteln.

Mit 50 Prozent beim Überforderung-durch-Flüchtlinge-Wert liegen sie acht Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Und 19 Prozent unter ihrem eigenen Wert von 2016. Allein die Furcht vor Naturkatastrophen ist um zehn Prozent gestiegen; alle anderen Ängste plagen die Hessen nun deutlich weniger.

dfg f dgh tg

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