E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 24°C

Zehntausende Israelis protestieren bei Gay-Pride-Parade

Die Demonstration gegen die Diskriminierung Homosexueller wird dieses Jahr zum Ausdruck eines grundsätzlichen Gefühls - der Frage: Wie gleich sind die Bürger Israels?
Zehntausende kamen zur jährlichen Gay-Pride-Parade gegen die Diskriminierung Homosexueller. Bilder > Foto: Ilia Yefimovich Zehntausende kamen zur jährlichen Gay-Pride-Parade gegen die Diskriminierung Homosexueller.
Jerusalem. 

Auf der Gay-Pride-Parade in Jerusalem haben nach Angaben der Veranstalter rund 35.000 Menschen demonstriert. Sie forderten gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle (LGBT) sowie eine Änderung des Leihmutterschaftsgesetzes.

„Das Gesetz ist diskriminierend gegen schwule Männer”, sagte Eran Globus, Vorsitzender des Veranstalters Jerusalem Open House. Dies sei die bisher größte Gay-Pride-Parade in Jerusalem.

Die Polizei setzte nach Medienberichten 2500 Sicherheitskräfte ein. Zwei Gegendemonstrationen waren demnach zugelassen. Mehr als 200 orthodoxe Rabbiner hätten zuvor einen Brief unterzeichnet, in dem Mitglieder der LGBT-Gemeinde als „Perverse” bezeichnet wurden. Nach Angaben des israelischen Radios wurden 30 militante Anti-LGBT-Aktivisten aufgefordert, während der Parade außerhalb der Stadt zu bleiben.

Hintergrund für die große Beteiligung in diesem Jahr ist auch eine Änderung des Leihmutterschaftsgesetzes. „Aber das ist nun ein viel größeres Thema geworden”, sagte Globus. Es gehe um die grundsätzliche Frage: „Wird Israel ein Land, in dem alle Menschen, egal ob LGBT oder nicht, frei und ohne Diskriminierung leben können?”

Die Regierung hatte im Juli entschieden, dass künftig nicht nur heterosexuelle Paare, sondern auch ledige Frauen mit Hilfe einer Leihmutter Kinder bekommen dürfen - aber nicht ledige Männer. Schwule Männer sehen sich dadurch des Rechtes beraubt, in ihrem eigenen Land Väter zu werden.

Vor drei Jahren hatte ein strengreligiöser Jude bei der Parade eine 16-Jährige erstochen. Ein Gericht verurteilte den Mörder später zu lebenslanger Haft plus 31 Jahre. Er hatte bereits 2005 bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem Teilnehmer mit einem Messer verletzt.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Politik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen