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Erdogan-Video löst Diskussionen aus - hat er geohrfeigt?

Sicherheitsleute schleusen den Regierungschef durch eine Menge wütender Demonstranten in Soma. Foto: Kayhan Ozer/Turkish Prime Minister Press Office Sicherheitsleute schleusen den Regierungschef durch eine Menge wütender Demonstranten in Soma. Foto: Kayhan Ozer/Turkish Prime Minister Press Office
Istanbul. 

Die Rangeleien beim Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem Grubenunglück in Soma haben die Kritik an ihm verstärkt.

Türkische Oppositionspolitiker und Internetaktivisten empörten sich über Erdogan, weil er einen jungen Mann in Soma geohrfeigt habe. Die Szene soll auf einem am Vortag veröffentlichten Video festgehalten sein - allerdings ist die Sequenz verwackelt, so dass Erdogans Verhalten nur undeutlich zu erkennen ist.

Erdogan war bei seinem Auftritt in Soma von einer Menschenmenge ausgebuht und ausgepfiffen worden. Sicherheitskräfte bahnten ihm den Weg durch Demonstranten in ein Geschäft. Dort kam es zur Konfrontation mit einem jungen Mann. Dieser sagte türkischen Medien, der Ministerpräsident habe ihn unbeabsichtigt geschlagen, weil er wütend auf die Demonstranten gewesen und die Kontrolle verloren habe. «Ich werde den Herrn Ministerpräsidenten nicht anzeigen. Ich erwarte nur eine Entschuldigung», sagte Taner Kuruca.

Türkische Oppositionspolitiker kritisierten Erdogan. «Das ist unser Ministerpräsident, den wir sehr gut kennen. Alle über Manieren belehren, aber sich selbst unverschämt verhalten», sagte der CHP-Politiker Gürsel Tekin. Kritik kam auch aus der ultranationalistischen Partei MHP. Die Katastrophe in Soma ist mit mindestens 284 toten Arbeitern das schwerste Bergwerksunglück in der Geschichte der Türkei.

(dpa)
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