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Hintergrund: Die Rolle des Militärs in Thailand

Machtdemonstration: Thailändisches Militär patrouilliert mit schweren Maschinengewehren in den Straßen von Bangkok. Foto: Rungroj Yongrit Machtdemonstration: Thailändisches Militär patrouilliert mit schweren Maschinengewehren in den Straßen von Bangkok. Foto: Rungroj Yongrit
Bangkok. 

Seit Jahrzehnten spielt das Militär in Thailand eine besondere Rolle. Erschienen der Militärführung Parlament und politische Parteien als zu schwach oder zu korrupt, oder galten die Einheit des Landes und die Monarchie gefährdet, schritten wiederholt die Militärs ein.

1932 hatten sie das Ende der absoluten Monarchie herbeigeführt. Nach einem Staatsstreich im Juni musste der König eine neue Verfassung verkünden, die das damalige Siam zu einer konstitutionellen Monarchie machte. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise war die Unzufriedenheit mit dem absolutistischen System gewachsen.

Seitdem sei das Militär bis zur Demokratisierung Thailands neben dem König die mächtigste politische Institution gewesen, heißt es in einer Analyse des Hamburger GIGA-Institut für sozialwissenschaftliche Forschung.

Im Februar 1991 setzten die königstreuen Militärs die Regierung von Ministerpräsident Chatichai Choonhavan ab. Als Grund nannten sie Korruption und Ämterpatronage. Aus der Wahl im Herbst 1992 ging die demokratische Partei als stärkste Kraft hervor. Unter Regierungschef Chuan Leekpai gelang es, den Einfluss des Militärs zu mindern.

Nach Jahren ziviler Herrschaft kehrten die Militärs im September 2006 auf die politische Bühne zurück und nutzten eine Auslandsreise von Regierungschef Thaksin Shinawatra, um das Land erneut unter Kontrolle zu bringen. Eine monatelange politische Krise war vorausgegangen. Es war der 18. Militärputsch in Thailands Geschichte. Drei Tage nach dem unblutigen Putsch erkannte König Bhumipol die Militärregierung offiziell an. Mit der Parlamentswahl im Dezember 2007 kehrte das Land 15 Monate später zur Demokratie zurück.

(dpa)
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