E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

Report: Harte Fronten bei 1. Mai-Demos in Berlin

Tausende Polizisten in voller Einsatzmontur sind ausgerückt. Sie sollen verhindern, dass am 1. Mai in Berlin rechte und linke Gruppen aufeinanderprallen. Die Stimmung am Nachmittag ist gereizt, bisweilen aggressiv.
Polizisten nehmen im Berliner Stadtteil Schöneweide am Rande eines Aufmarsches der rechtsextremistischen NPD einen Protestler in Gewahrsam. Foto: Kay Nietfeld Polizisten nehmen im Berliner Stadtteil Schöneweide am Rande eines Aufmarsches der rechtsextremistischen NPD einen Protestler in Gewahrsam. Foto: Kay Nietfeld
Berlin. 

Im Stadtteil Schöneweide, der als rechte Hochburg bekannt ist, drängen Polizisten mutmaßliche Störer eines NPD-Aufmarsches mit einem Wasserwerfer zurück. Andere sprühen Pfefferspray.

Krawallmacher werden bei den 1. Mai-Demonstrationen in der Hauptstadt nicht geduldet, so die klare Linie der Polizei. «Es gab Steine- und Flaschenwürfe auf Polizeibeamte. Deshalb musste in einigen Fällen Pfefferspray und auch in einem Fall kurzfristig der Wasserwerfer eingesetzt werden», sagt Polizeisprecher Thomas Neuendorf zum Vorgehen der Beamten.

Für den Abend sollten sich die Einsatzkräfte mit schwerem Gerät in Berlin-Kreuzberg postieren, wo es in der Vergangenheit zu Gewalt und Ausschreitungen kam. Rund 7000 Beamte aus mehreren Bundesländern standen am 1. Mai in der Hauptstadt bereit. Bis zum Nachmittag aber blieb die Zahl der Zwischenfälle in Berlin gering. Auch in der Walpurgisnacht war es weitgehend ruhig geblieben.

Die meisten Menschen feierten den 1. Mai, den Tag der Arbeit, friedlich. Knapp 40 000 Bürger kamen in Kreuzberg zu einem Straßenfest mit viel Musik zusammen. Am Brandenburger Tor versammelten sich nach Angaben des Gewerkschaftsbundes mehr als 10 000 Menschen, um gegen geringe Löhne zu protestieren.

Laut und ruppig ging es seit dem Vormittag im Stadtteil Schöneweide zu. Polizei-Hubschrauber kreisten in der Luft, um Filmaufnahmen zu machen. Die NPD zog dort unter anderem an der Kneipe «Zum Henker» vorbei - ein Treffpunkt für die rechte Szene.

Schon beim Eintreffen am S-Bahnhof trennten die Polizisten Anhänger der rechten und linken Szene, die lautstark «Nazis raus» skandierten. Immer wieder wurden einige aus der Anti-NPD-Demo von Polizisten umringt. Auch Politiker kamen zu der Demonstration und forderten zu Zivilcourage gegen Rechts auf, verlangten ein Verbot der rechtsextremen NPD. Die Polizei sprach von rund 2000 Teilnehmern der Gegendemonstration und rund 480 Anhängern der Rechten.

Vor Beginn des Nazi-Aufmarsches gelang es Gegendemonstranten, den Aufzug der Rechten mit einer Betonpyramide für kurze Zeit zu verzögern. Vier Menschen verankerten sich mit ihren Armen in dem Betonklotz. Mit einem Kran konnte die Polizei die Störung aber ohne große Probleme beenden.

Den Gegendemonstranten gelang es am Ende nicht, den Aufmarsch der Rechten zu stoppen. «Für uns war es eine Niederlage», sagte der Veranstalter der Demo «1.Mai - Nazifrei», Jan Landers. Eine Bilanz der Polizei stand am Mittwochnachmittag noch aus - schließlich rüsteten sich die Einsatzkräfte erst noch für die traditionelle Demo linker Gruppen in Kreuzberg.

Zur Startseite Mehr aus Thema des Tages

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen