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Weltmeister-Unterstützung für Löw-Elf

Düsseldorf. 

Am Ende wollten die deutschen Fußball-Weltmeister Überraschungs-Stargast Udo Jürgens gar nicht mehr von der Bühne lassen.

Fast bis Mitternacht unterhielt der bald 80 Jahre alte Sänger, der 1978 und 1990 die deutschen WM-Songs kreiert hatte, rund 300 Gäste aus Politik und Sport sowie die WM-Helden von 1954, 1974 und 1990 beim «Fest der Weltmeister» in Düsseldorf. Zum Abschluss der fast einstündigen One-Man-Show präsentierte Jürgens seine Klassiker am schwarzen Flügel im weißen Bademantel, auf dem sich alle aktuellen Nationalspieler per Unterschrift verewigt hatten.

«Es ist eine große Ehre für mich, dass ich hier sein darf», sagte der Künstler sichtlich gerührt. «Der Fußball ist gelebtes Leben. Und wenn ich mich im Saal so umschaue, sehe ich viele Freunde, die den Fußball über die Jahre hinweg begleitet haben.»

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw, das der Gala einen 45-Minuten-Besuch abstattete, reist auf jeden Fall mit den besten weltmeisterlichen Wünschen aus drei Generationen im Gepäck in einer Woche nach Brasilien. Aus der Mannschaft, die vor 60 Jahren im Berner Wankdorf-Stadion sensationell den ersten WM-Titel für Deutschland gewonnen hatte, waren der Kaiserslauterner Horst Eckel und der Kölner Hans Schäfer in Düsseldorf dabei. Als Talisman für die WM-Mission bekam die DFB-Elf von Eckel, dem 1974er Kapitän Franz Beckenbauer und dem 1990er Spielführer Lothar Matthäus ein Trikot mit allen Unterschriften der anwesenden Weltmeister überreicht. Und einen Tipp von Eckel gab es für die junge Löw-Elf noch dazu: «Sie sollen rüberfahren, Fußballspielen und als Weltmeister zurückkommen.»

Ähnliches forderte augenzwinkernd auch der «Kaiser». «Ich komme erst in der letzten Woche nach Brasilien und möchte dort gerne Spiele mit deutscher Beteiligung sehen», sagte Beckenbauer, der Deutschland 1990 als Teamchef zum WM-Triumph führte. Für den größten Lacher sorgte Beckenbauer, als er erklärte, warum er nach dem Finalsieg im Stadion von Rom einsam über den Rasen schlenderte, während seine Elf Ehrenrunden drehte. «Ich bin geflüchtet, wollte in dem Moment allein sein. Schließlich war ich sechs Wochen lang mit schwer erziehbaren Menschen unterwegs.»

Löw gewährte noch einmal einen kurzen Einblick in das gerade beendete Trainingslager in Südtirol. «Insgesamt war die Stimmung in der Mannschaft sehr gut, mal abgesehen vom tragischen Autounfall. Wir hatten ideale Bedingungen, daher bin ich absolut zufrieden», sagte der Chefcoach, der sich um kurz vor 20.00 Uhr mit seinen Schützlingen ins Teamhotel zurückzog. «Wir wünschen euch alles Gute, viel Erfolg und auch das nötige Glück, dass man in so einem Turnier braucht», gab DFB-Präsident Wolfgang Niersbach der Mannschaft mit auf den Weg.

Über große Leinwände flimmerten zwischen «Duett vom Bachsaibling», «Rheinischer Gurke an Limettenschmand» und «Geräuchertem Jungbullen auf Selleriepüree» Filme und Bilder der drei Triumphe. Immer wieder unterbrochen von Interviews mit den Protagonisten. Auch Ehrengäste wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière, DOSB-Präsident Alfons Hörmann, DOSB-Generaldirektor Michael Vesper oder Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers konnten sich der Faszination der Fußball-Legenden, ihrer Erinnerungen und Anekdoten nicht entziehen. Mit Blick auf die WM merkte Niersbach unter großem Applaus an: «Wir wollen den Rückflug erst am 14. Juli antreten, nicht früher.» Tags zuvor findet in Rio de Janeiro das WM-Finale statt.

Sollte Löws Elf bei der WM in Brasilien einen ähnlich gelungenen Auftritt hinlegen wie die Helden von einst, könnte der Traum vom vierten Stern (für den vierten WM-Titel) auf der Trikot-Brust Realität werden. Der nie um einen guten Spruch verlegene Torwart der 1974er-Elf, Sepp Maier, ist jedenfalls sicher: «Ich kann den vierten Stern schon am Himmmel sehen.»

(Von Ulli Brünger, dpa)
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