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Hüpfen und Trommeln gegen Fluglärm und Kälte

Tausende Demonstranten haben sich am Samstag im Frankfurter Flughafen versammelt, um gegen die wachsende Lärmbelästigung in der Region zu protestieren. In der zentralen Abflughalle des Terminals Eins verursachten sie ohrenbetäubenden Krach mit Trillerpfeifen und Sprechchören. Mit Video und Umfrage
Die Demonstraten kamen aus der gesamten Region, um direkt am Flughafen gegen den sie quälenden Fluglärm zu protestieren. Foto: Rüffer Die Demonstraten kamen aus der gesamten Region, um direkt am Flughafen gegen den sie quälenden Fluglärm zu protestieren. Foto: Rüffer
Frankfurt. 

Es ist eisig vor der Abfertigungshalle am Frankfurter Flughafen. Tausende ficht das nicht an. Sie hüpfen im Rhythmus von "Hopp, hopp, hopp - Flughafen stopp" gegen Kälte und Fluglärm an. Im Chor verlangen sie lautstark: "Die Bahn muss weg." Immer wieder stimmen sie das Lied der Protestbewegung an: "Wir sind hier, wird sind laut, weil ihr uns die Ruhe klaut." Wir, das sind Familien, Großeltern, Mitglieder von Gewerkschaften, Kirchen, Naturschutzverbänden. Ihr, das sind Fraport und die hessische Landesregierung. Mit Trommeln, Trillerpfeifen, Kuhglocken, Keksdosen, Eimern und Rasseln sind die Menschen am Samstag an den Airport gekommen, um gegen Fluglärm zu protestieren.

"Der Lärm geht uns allen auf die Nerven

Doris von Neumann ist mit Mann und Enkel Felix aus Ginsheim-Gustavsburg angereist. "Es geht um seine Zukunft", sagt die Großmutter. "Der Lärm geht uns allen auf die Nerven." Der Fünfjährige hat Spaß an der lautstarken Demo in der Halle. "Die Trommeln sind schön", sagt er und hält sich die Ohren doch zu.

Charlotte aus Frankfurt mischt derweil kräftig mit im Konzert. Sie schlägt krachend zwei Topfdeckel gegeneinander, um hörbar zu machen, wie es in ihren Ohren klingt, wenn Flieger über den Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen hinwegdüsen. Charlottes Eltern sind zum ersten Mal mit ihren drei Kindern bei der Demo dabei. "Weil wir heute Zeit hatten." Phasenweise wirkt die Aktion wie ein Happening: Erprobte Protestierer packen Thermoskanne und Plätzchen aus, picknicken am Rande der Halle.

"Sound off Frankfurt"

Mit dem Slogan "Sound off Fraport" verlangen die Menschen vom Flughafenbetreiber, die umstrittene neue Landebahn stillzulegen. Dessen Mitarbeiter versuchen, mit Ohrstöpseln dem Krach im eigenen Haus zu entkommen. Der Betrieb läuft am Samstag trotz der Demonstranten ungestört. Einige Reisende wundern sich über die Masse Mensch, die am späten Vormittag erst singend und trommelnd durch die Halle und dann nach draußen zieht.

Dort bremst der Zug für kurze Zeit das Geschäft der Taxifahrer. Nazir Dönmez kann sich deshalb nicht für das Anliegen der Demonstranten erwärmen. "Der Flughafen ist Geld, ist Ökonomie", argumentiert er wie Fraport und Landesregierung. Die Protestierer sieht Dönmez kritisch: "Das sind reiche Leute. Die spielen hier nur." Nach knapp zwei Stunden wird es selbst den Hartnäckigsten unter ihnen zu kalt. Die Demo löst sich schneller auf als geplant, der Frost treibt alle zurück nach Hause.



(dpa)
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