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Kommentar: Es gibt keine große Lösung in absehbarer Zeit

"Wir sind noch nicht weit, aber so weit waren wir noch nie", sagte Bürgermeister Martin Richard am 27. November 2007 nach einer Informationsveranstaltung zur Südumgehung im Rathaus.
Johannes Laubach Johannes Laubach

"Wir sind noch nicht weit, aber so weit waren wir noch nie", sagte Bürgermeister Martin Richard am 27. November 2007 nach einer Informationsveranstaltung zur Südumgehung im Rathaus. Und die Vertreter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen verabschiedeten sich aus dem Rathaus mit der festen Absicht, die Variante 1 a dem Verkehrsministerium als die Variante zu melden, die gebaut werden soll: Um Blumenrod herum.

Heute ist Limburg keinen Millimeter weiter, ganz im Gegenteil. Die Diskussion um eine Südumgehung hat Rückschläge einstecken müssen. Nun soll es auf der Alttrasse sein. Die bisherigen Untersuchungen dazu sind genauso spärlich und unvollständig, wie es ganz offenbar die Untersuchungen zur Variante 1 waren. Wird der Verlauf auf der Alttrasse genauer untersucht, werden die Kosten explodieren – und dann geht es zurück zur Variante um Blumenrod herum. Das Spiel lässt sich beliebig fortsetzen.

Wenn die Politik und alle, die mitdiskutieren, wenn es um Straßen in Limburg geht, mal ehrlich sind, muss inzwischen aber auch wieder über eine Westumgehung nachgedacht werden. Spätestens mit der Aufgabe der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in ein oder zwei Jahren ist das eine mögliche Alternative. Das wird die Situation nicht vereinfachen, ganz im Gegenteil.

Die Diskussion der vergangenen Jahre zeigt aber auch, dass in Limburg der Tunnelblick herrscht, wenn es um Verkehr geht. Die allumfassende und lebensverbessernde Entlastung in der Diezer Straße und anderen Bereichen der Innenstadt hätte es auch mit einer Südumgehung nicht gegeben und wird es auch nicht geben, egal welche Variante einmal gebaut werden sollte.

Was die Stadt benötigt, ist eine Gesamtschau auf das Thema Verkehr. Das geht nur mit den Nachbarn. Wichtig ist dabei auch, offen nach Lösungen Ausschau zu halten, die nicht eine Vorlaufzeit von Generationen benötigen, die in überschaubaren Zeiträumen verwirklicht werden können. Die letzte Gesamtschau gab es im Zusammenhang mit dem sozial-ökologischen Verkehr. Die dort gemachten Vorschläge waren mit einem rot-grünen Makel behaftet und wurden weggelegt. Sich dieser Vorschläge zu erinnern und neue Möglichkeiten erarbeiten, ist erfolgreicher, als auf eine große Lösung zu setzen. Und was der Stadt und ihren Bürgern gut tut und Kunden noch lieber zum Einkaufen kommen lässt, darf auch ein bisschen Geld kosten.

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