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Kommentar: Viel zu spät

Die Fluglärmbetroffenen, die gestern die Debatte im Stadtparlament verfolgt haben, müssen einen merkwürdigen Eindruck von der Kommunalpolitik bekommen haben: Es wurde viel Energie darauf verwendet,

Die Fluglärmbetroffenen, die gestern die Debatte im Stadtparlament verfolgt haben, müssen einen merkwürdigen Eindruck von der Kommunalpolitik bekommen haben: Es wurde viel Energie darauf verwendet, dem politischen Gegner die Versäumnisse der Vergangenheit vorzuhalten. Wer jetzt wegen des Fluglärms nicht schlafen kann, den interessiert es herzlich wenig, dass die eine oder andere Fraktion im Römer vorhergesehen hat, wie schlimm es wird. Er will Perspektiven, wie das Problem gelöst werden kann.

Das Stadtparlament hatte da nicht viel zu bieten. In der gestern beschlossenen Resolution wird zum Beispiel ein konsequentes Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr gefordert. Das gibt es heute schon – und die Anwohner finden die Situation dennoch unerträglich.

Die Forderung nach leiseren Maschinen wird kurzfristig wenig bringen – es dauert zu lange, bis die Flotten der Airlines erneuert sind.

Viel zu spät steht das Thema Fluglärm jetzt ganz oben auf der politischen Agenda im Römer. Jahrelang hat es das Stadtparlament nicht geschafft, die Interessen der Bürger wirkungsvoll zu vertreten, hat sich statt dessen mit parteipolitischen Scharmützeln zum Flughafenausbau aufgehalten. Zehn Jahre wurde an der Landebahn geplant, ohne dass in dieser Zeit der Lärmschutz eine große Rolle spielte. Das Vertrauen ist verloren – und kann nicht so schnell zurückgewonnen werden.

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