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Pro Asyl: Probleme bei Flüchtlingsunterbringung waren absehbar

Der Engpass bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Hessen ist nach Ansicht der Organisation Pro Asyl selbstverschuldet. "Die Kapazitäten bei der Aufnahme wurden in den vergangenen Jahren überall

Der Engpass bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Hessen ist nach Ansicht der Organisation Pro Asyl selbstverschuldet. "Die Kapazitäten bei der Aufnahme wurden in den vergangenen Jahren überall auf ein unrealistisches Maß abgebaut", sagte die rechtspolitische Sprecherin Marei Pelzer. Es sei vorhersehbar gewesen, dass die Flüchtlingszahlen nach dem historischen Tiefstand im Jahr 2007 wieder steigen.

Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre sei die momentane Situation nicht so dramatisch wie oft behauptet, sagte Pelzer. Noch im Jahr 2002 gab es über 70 000 neue Asylbewerber in Deutschland. Nach einem starken Einbruch steigen die Bewerberzahlen seit 2007 wieder. "Das ist eine normale Fluktuation."

Besonders verärgert zeigt sich Pelzer gegenüber dem Bundesamt für Migration und Einwanderung in Nürnberg. Das Amt hatte behauptet, der sprunghafte Anstieg an Flüchtlingen aus Ex-Jugoslawien sei eine Folge der erhöhten Zahlungen an Antragsteller. Aus Sicht von Pelzer ist es absurd, diesen auf ein paar Euro mehr zu schieben. Das Bundesverfassungsgericht habe schließlich vor kurzem festgestellt, dass jahrzehntelang Flüchtlinge menschenunwürdig in Deutschland leben mussten. "Jetzt wird die Erhöhung der finanziellen Leistungen genutzt, um Stimmung gegen Asylbewerber zu machen", kritisierte sie.

Als Hintergrund für die zuletzt gestiegenen Flüchtlingszahlen vermutet Pelzer, dass Serbien und Mazedonien bestimmte Bevölkerungsgruppen nicht mehr in dem Maße an der Ausreise hinderten wie mit der EU vereinbart. Viele der Flüchtlinge, die jetzt ihre Länder verlassen könnten, seien Roma. "Sie werden ausgegrenzt und erfahren soziales Elend. Deshalb wollen sie nicht in ihren Ländern bleiben."

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