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Streik kommt die Lufthansa teuer zu stehen

Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat Reisende hart getroffen. Hunderte mussten die Nacht zum Samstag am Frankfurter Flughafen auf Feldbetten verbringen, das Unternehmen rechnet mit einem Millionenschaden. Die Fronten sind verhärtet.
Der Flugbegleiter-Streik kommt die Lufthansa teuer zu stehen. Foto: Frank Rumpenhorst Der Flugbegleiter-Streik kommt die Lufthansa teuer zu stehen. Foto: Frank Rumpenhorst
Frankfurt. 

Das Unternehmen geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Die genauen Zahlen seien noch unklar, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Aber durch den Dominoeffekt, den der Arbeitskampf ausgelöst habe, sei das "eine Größenordnung, die man ansetzen muss". Eine Lösung des festgefahrenen Tarifkonflikts ist bisher nicht in Sicht. Die Gewerkschaft Ufo droht mit weiteren Streiks.

"Wir sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit in ganz Deutschland loszulegen", sagte ein Ufo-Sprecher. Wann und wo das Kabinenpersonal in den Ausstand treten könnte, ließ er offen. "Das kündigen wir sechs Stunden vorher an."

Beide Seiten forderten am Samstag von der Gegenseite den nächsten Schritt. "Der, der auf uns zugehen muss, ist die Gewerkschaft - unser Angebot liegt auf dem Tisch", sagte der Lufthansa-Sprecher. Ein Ufo-Sprecher sagte: "Wir haben bislang kein akzeptables Angebot der Lufthansa bekommen - und rechnen auch nicht damit."

Der Branchenriese Lufthansa wertet sein bestehendes Angebot für die Flugbegleiter als ausreichend, weil es "sehr weitreichende Zusagen zur Sicherheit der Arbeitsplätze" beinhalte, sagte der Unternehmenssprecher. "Wir sehen im Moment keine Veranlassung, da nachzubessern." Er forderte Ufo auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Auf der nächsten Seite: Der erste Streik

Die Gewerkschaft hatte die Lufthansa am Freitag zum ersten Mal für acht Stunden bestreikt - jedoch nur am Frankfurter Flughafen, dem größten Drehkreuz in Deutschland. Dennoch waren europaweit Hunderte Flüge ausgefallen, Tausende Passagiere gestrandet.

Am Samstag entspannte sich die Lage am größten deutschen Flughafen in Frankfurt allmählich. Nach Angaben des Lufthansa-Sprechers konnten die meisten der festsitzenden Fluggäste ihre Reise fortsetzten. Dennoch fielen wegen des Arbeitskampfs am Vortag noch knapp 20 Flüge aus. Am Nachmittag starteten und landeten die Maschinen wieder nach Plan.

Rund 350 Reisende hatten die Nacht im Transitbereich auf Feldbetten verbringen müssen, weil sie ohne Visa für Deutschland nicht einreisen durften. "Wir haben sie mit Getränken und Essen versorgt", sagte der Unternehmenssprecher. Andere Passagiere waren in Hotels untergebracht worden.

Die Gewerkschaft fordert neben fünf Prozent höheren Entgelten auch das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa plant mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken. Das Unternehmen bietet 3,5 Prozent mehr Gehalt und den Verzicht auf Leiharbeit und betriebsbedingte Kündigungen.

(dpa)
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