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Zum Thema: Siggis Weg zum RequiSiT-Ensemble

Siggi ist eine der Schauspieler, die Montag und Dienstag in der AKS aufgetreten sind und sich den Fragen der Schüler gestellt haben. Ihren Werdegang erzählte sie dem TZ-Mitarbeiter David Schahinian:

"Ich habe RequiSiT kennengelernt, als ich noch in Therapie war. Das Leben danach musste ich erst einmal strukturieren. Das Theater bot mir einen Weg, mit meiner Abhängigkeit etwas Positives zu bewirken. Ich war rund 20 Jahre abhängig und lebe seit rund 15 Jahren drogenfrei. Um aus der Abhängigkeit auszusteigen, braucht es einen starken Willen. Aufklärung und vor allem Persönlichkeitsstärkung sind enorm wichtig, weil sich dadurch die Gefahr verringert, überhaupt in Abhängigkeiten zu geraten.

Langfristig gesehen gibt es meiner Meinung nach nur einen Weg aus der Sucht: Entweder ich tue es oder ich lasse es. Wie viele Menschen versuchen beispielsweise mit dem Rauchen aufzuhören und schaffen es vielleicht für ein, zwei Wochen. Dann rauchen sie "nur eine einzige Zigarette", und es fängt alles wieder von vorne an. Ich war irgendwann einfach körperlich nicht mehr in der Lage, weiterzumachen.

Angefangen habe ich mit Zigaretten. Man will sie mal ausprobieren, später kamen bei mir dann Heroin und Kokain ins Spiel. Sucht ist immer etwas Schleichendes, völlig egal, was es ist. Irgendwann hat man die Kontrolle über den Konsum nicht mehr und das Mittel entscheidet über den Tag.

Sich auf die Bühne zu stellen verlangt am Anfang erst einmal viel Mut. Mein Herzblut hängt vor allem an den Gruppengesprächen. Wir sind authentisch, das macht unsere Gruppe und unsere Arbeit aus. Wir beantworten alle Fragen und stellen im Gegenzug selbst viele, um das Bewusstsein und eine Selbstreflexion bei den Jugendlichen in Gang zu setzen. Und wir wollen mit dem Theaterspiel auch vermitteln, dass man Spaß haben kann, ohne zu konsumieren. Der Spaß kommt aus einem selbst. Natürlich erreicht man nicht alle Schüler. Aber selbst, wenn es nur zwei oder drei von 100 sind, ist das in meinen Augen ein Erfolg."

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