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TV-Kritik: "A modern Man": Die schwierige Suche nach einer Persönlichkeit

Von Die Doku widmet Charlie Siem, dem Dandy der klassischen Musikszene. Das Ergebnis fällt eher mager aus.
Foto: (BR)
Könnten Journalisten der Regenbogenpresse einen Wunschkandidaten für ihre Magazine kreieren, müsste der mit Sicherheit über diese Eigenschaften verfügen: Blendendes Aussehen, noch ziemlich jung, Model für weltbekannte Modelabels, aus schwerreicher Familie, hochbegabt und dazu auch noch Junggeselle. Oder einfach wie der Weltklasse-Violinist Charlie Siem, 31 Jahre alt, der all diese Eigenschaften in seiner Person vereint.
 
Schon der Einstieg in die Dokumentation der dänischen Regisseurin Eva Mulvad passt dazu: Siem steigt aus seinem Wagen, einem Porsche 911 Carrera S, und ersteht beim Porsche-Händler in Monaco einen weiteren Renner der legendären 911-Serie: ein aktuelles GTS-Coupé in der Farbe Orange. Der heisere Klang des Motors sagt ihm sichtlich zu. Aber den wohl höchsten Wert legt er auf ein hochwertiges Stereosystem im Auto.
 
Wahllos zusammengestellte Szenen
 
Verständlich bei einem Mann, der seinem virtuosen Violinspiel so viel Zeit und Energie gewidmet hat. Aber er ist farbenblind, wie er. Mulvad versucht in ihrem Film, möglichst viele Facetten des Ausnahme-Musikers darzustellen. Wobei manche Szenen etwas bizarr anmuten. Etwa, wenn er sämtliche Vitamine und Zusatzstoffe auf dem Bett ausbreitet, die er einnimmt. Und dabei erklärt, ein Superwesen sein zu wollen – wobei er durchaus selbstironisch wirkt.
 
Auch später, während einer Untersuchung, dürfte er sich im Stillen zu amüsieren. Mulvad hat ihre Dokumentation jedoch ziemlich wahllos zusammengestellt – ein roter Faden ist nicht erkennbar. So zeigt sie Siem bemerkenswert lange dabei, wie er sich ein Essen bestellt: Es läuft nach einiger Diskussion schließlich auf einen Käsetoast hinaus. Hingegen kommt neben solchen Trivialitäten  seine Arbeit als Musiker viel zu kurz.
 
Der Musiker kommt zu kurz
 
Dass er auch auf Benefiz-Konzerten auftritt, dass er neben Klassikern wie Brahms auch moderne Komponisten wie George Gershwin oder Bernstein spielt, dass er beste Kontakte zu Musikern wie Bryan Adams oder Lady Gaga unterhält oder ob er auch selbst komponiert– alles Fehlanzeige! Wer Charlie Siem nicht kennt, gewinnt aus der Dokumentation den Eindruck, es mit einer ziemlich selbstbezogenen Persönlichkeit zu tun zu haben.
 
Indessen dürfte es eben gerade Siems Suche nach Perfektion und die ständige Unzufriedenheit sein, die ihm seine steile musikalische Karriere ermöglicht hat. Das Spannungsverhältnis, in dem sich der Musiker bewegt, hätte eine bessere Aufbereitung verdient. Am besten gelungen zeigt sich noch der Ausklang
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