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TV-Kritik: "Achillesferse": Wieder reichlich Drama

Von "Die Bergretter" sind wieder da! Der Auftakt der neuen Staffel geht in die Vollen, zeigt aber auch kleine Schwächen.
Carsten (Roman Knižka, l.) und Sabine Lechner (Muriel Baumeister, r.) geraten auf dem Berg immer mehr in Streit. Die Beziehung hängt am seidenen Faden. Foto: Thomas R. Schumann Carsten (Roman Knižka, l.) und Sabine Lechner (Muriel Baumeister, r.) geraten auf dem Berg immer mehr in Streit. Die Beziehung hängt am seidenen Faden.
Philipp (Kai Malina), ungeliebter Adoptivsohn der Familie Binder, absolviert ein Praktikum bei den Geologen Carsten (Roman Knižka) und Sabine Lechner (Muriel Baumeister). Das Ehepaar erstellt  geologische Daten zum Schutz vor Bergrutschen. Nach dem Tod seiner Stiefmutter gerät Philipp mit seinem Stiefvater Joseph (Paul Matic) in Streit und verlässt wütend den Hof der Familie, den Joseph an Bürgermeister Peter Herbrechter (Michael König) verkaufen will. Er fährt in die Berge und schließt sich den Lechners an: Das Paar will zusammen mit Bergführer Jan Fugain (Patrick G. Boll) und Bergretter Tobias Herbrechter (Markus Brandl) Messgeräte wieder einsammeln.
 
Jan wurde bei einem Bergrutsch schwer verletzt. Das Bergretter-Team um Markus Kofler (Sebstian Ströbel) findet ihn samt dem Rucksack von Tobias. Sie vermuten, dass Tobias ebenfalls unter Geröll begraben ist, doch der hat sich wieder befreien können und den Lechners angeschlossen. Dort beginnt die Situation allmählich zu eskalieren: Zwischen den Lechners kriselt es heftig. Philipp weiß, dass Sabine Lechner seine Mutter ist, und eröffnet ihr seine wahre Identität. Und er hat aus dem Lager der Lechners Sprengstoff gestohlen, um einen Bergrutsch auszulösen und den Hof seiner Pflegefamilie zu zerstören.
 

Schurke als tragischer Held

 
Endlich ist im ZDF wieder die Zeit für spannende Dramen vor nicht minder dramatischer Kulisse gekommen: "Die Bergretter" sind zurück! Auch die achte Staffel besteht wieder aus sechs Folgen, die wöchentlich bis zum 22. Dezember über die Mattscheibe ins heimische Wohnzimmer kommen. Der Auftakt legt schon recht ordentlich los: Philipp stellt sich wie viele Negativ-Charaktere der Reihe eher als tragischer Held denn als Schurke heraus – eine für sich genommen insgesamt gelungene Figur. Für seine Umgebung trifft das nicht im vollen Umfang zu: Die Beziehung zu seiner Stiefschwester hätte ausführlicher sein können.
 

Großer Pluspunkt: Roman Knižka als Widerling

 
Sein Stiefvater Joseph kommt ebenfalls reichlich kurz und sein Darsteller Matic deswegen kaum zur Geltung. Da hat es Roman Knižka in seiner Rolle als egoistischer und unsensibler Ehemann schon deutlich besser: Als Widerling war Knižka schon immer eine sichere Bank, so auch hier. Muriel Baumeister ergänzt ihn als erschöpft-frustrierte Ehefrau vorzüglich, besonders, wenn Sabine wegen ihres weggegebenen Sohnes noch unter Gewissensbissen leiden darf. Allerdings offenbart das Skript des Films hier auch eine Schwäche: Der Sohn weiß, wer seine Mutter ist, aber umgekehrt nicht? Das ist nur schwer glaubhaft.

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Die Regie inszeniert das Geschehen, zu dem noch diverse private Probleme zwischen den Bergrettern gehören  -  auch hier spielt eine Mutterfigur eine tragende Rolle  - allerdings sehr effektvoll. Gegen Ende tritt die Geschichte sogar noch einmal richtig aufs Gaspedal und man staunt nur darüber, was das Drehteam aus seinem kleinen Budget alles an Actionszenen herausholt. Die Kamera leistet ebenfalls ihren Beitrag dazu und wählt immer wieder auch extreme Blickwinkel, um die felsige Umgebung richtig mit einzubeziehen. Mit anderen Worten: "Achillesferse" bietet wieder reichlich von dem, was "Die Bergetter" quotenstark und erfolgreich gemacht hat.

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