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TV-Kritik: Allmen und das Geheimnis des rosa Diamanten: Gähnende Langeweile

Trotz guter Ansätze und Nora Waldstätten: Das Einzige, was hier prickelt, ist der Champagner, der in vielen Szenen fließt.
Gemeinsam mit Butler Carlos widmet sich Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) der Wiederbeschaffung von geraubten Kunstwerken. Sein neuer Auftrag führt ihn an die Ostsee, wo er einen flüchtigen Dieb eines gestohlenen rosa Diamanten ausfindig machen soll. Foto: ARD Degeto/Hardy Brackmann Gemeinsam mit Butler Carlos widmet sich Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) der Wiederbeschaffung von geraubten Kunstwerken. Sein neuer Auftrag führt ihn an die Ostsee, wo er einen flüchtigen Dieb eines gestohlenen rosa Diamanten ausfindig machen soll.

Ein weiteres Mal ist Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch), Lebeschön und Amateur-Detektiv, samt Diener Carlos (Samuel Finzi) auf der Pirsch. Und scheint angesichts seines Titels den Film "Der rosarote Panther", eines seiner Vorbilder, noch deutlicher zu zitieren als der erste Allmen-Film: Auch der titelgebende rosarote Panther dort ist ein Diamant.

Wobei das Motiv eines indischen Diamanten mit Wilkie Collins Romanklassiker "Der Monddiamant" sogar bis in die Anfänge der Kriminalliteratur zurückreicht. Seit seinem ersten Fall "Allmen und das Geheimnis der Libellen" hat sich sein spektakulärer Erfolg bei der Wiederbeschaffung geraubter Kunstwerke herumgesprochen. Deswegen bekommt Allmen von dem Engländer Montgomery (Thomas Sinclair Spencer) den Auftrag, den angeblich gestohlenen rosa Diamanten im Titel zu suchen.

Doch als Allmen den russischen Geschäftsmann Sokolow (Daniel Wagner) ausfindig gemacht hat, der angeblich den Diamanten im Besitz hat, lebt der nicht mehr lange – und Allmen und sein Diener geraten ebenfalls in Lebensgefahr.

Gähnend vornehme Hauptfigur

Die Einführung in die Handlung und die Attitüde der Hauptfigur sind bekannt. Wieder sitzt Allmen zu Beginn mit Schampus auf einem Motorboot und blickt zurück, wieder kommentiert er aus dem Off seine Handlungen. Und wieder entpuppt sich die Geschichte als reichlich schlappe Angelegenheit: Es geht oft weniger um eine zusammenhängende Handlung, sondern um die Allmens literarische Zitate und seine blasierte Einstellung.

Dummerweise sorgt genau diese distanzierte und geschraubte Vornehmheit als Dauerhaltung Allmens auch umgehend für gähnende Langeweile. Bis mal endlich ein wenig Krimi-Stimmung aufkommt, vergeht schon mindestens die halbe Laufzeit des Films. Gelegentlich gibt es hübsch inszenierte Momente, etwa bei einem Einbruch von Carlos mit Leiter, aber solche Einfälle von Regie und Kamera bleiben Mangelware.

Auch eine Nora Waldstätten kann ihre Wirkung als geheimnisvolle Schönheit kaum entfalten: Obschon vom Typ her ideal besetzt, scheint ihre Figur im Grunde verzichtbar. Sie taucht ziemlich spät in der Geschichte auf und hat auch nur wenige Szenen.

Viel ungenutztes Potential

Die plötzliche Wendung, als Allmen klar wird, dass es gar nicht um den Diamanten geht, ist zwar keine schlechte Idee. Wie auch der Ansatz, dass Montgomery noch ein anderes und weit bösartigeres Team in Marsch gesetzt hat. Wirklich retten kann das den Film aber nicht: Dafür hätten die Macher einen echten Thriller gestalten müssen. Das hätte der Stoff zwar im Prinzip hergegeben, aber das lag nicht im Sinn von Drehbuch und Regie.

Viel zu mühelos decken Allmen und Carlos die Hintergründe auf und ergattern am Ende sogar eine gewaltige Belohnung. Freuen kann man sich mit ihnen allerdings nicht darüber, obwohl Allmen auch Gutes damit tut: Es steht nämlich zu befürchten, dass Allmen in künftigen Filmen deshalb noch blasierter und langweiliger rüberkommen wird.

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