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TV-Kritik: "Alte Schule": Fiese Sex-Attacke auf eine Lehrerin

Die ZDF-Reihe "Notruf Hafenkante" liefert in dieser pikanten Episode eine simple Geschichte, aber mit Pfiff.
Melanie (Sanna Englund, l.) erfährt, dass Frau Blume (Annette Kreft, r.) ihre Klasse mit strengem Regiment führt. Foto: Boris Laewen Melanie (Sanna Englund, l.) erfährt, dass Frau Blume (Annette Kreft, r.) ihre Klasse mit strengem Regiment führt.
Ein Krimi ohne jede Leiche? Geht sowas überhaupt? Wenn der Fall genügend Pikanterie verarbeitet, mal mit Sicherheit. Hier wird zu Beginn eine Lehrerein beinahe im Treppenhaus vor ihrer Wohnung vergewaltigt. Die Endfünfzigerin Corinna Blume (Annette Kreft) schupst den Täter, der dabei erheblich verletzt wird, eine Treppe hinunter. Was den Fall für die Polizeibeamten vom Kommissariat 21 besonders heikel macht: Der Vergewaltiger konnte davon ausgehen, dass sein Opfer mit der Sex-Attacke einverstanden war.
 
Sie hatte sich mit ihm auf einer einschlägigen Online-Kontaktseite entsprechend verabredet und auch ihre gespielte Gegenwehr abgesprochen. Nur war die Anzeige dort gar nicht von ihr. Wer wollte der Pädagogin auf derart hinterhältige Weise eins auswischen? Corinna Blume ist in ihrer Schule alles andere als beliebt und bei ihren Schülern für die sehr hohen Ansprüche berüchtigt, die sie stellt.
 

Schon die Mutter hatte Blume als Lehrerin

 
Besonders die Schülerin Alina (Charleen Deetz) könnte aus ihrer Sicht Grund gehabt haben, sie zu hassen. Schon ihre Mutter hatte Blume als Lehrerin und gibt ihr die Schuld für ihr Versagen im Leben. Doch als Täterin für die Sex-Anzeige kommt die Schülerin kaum in Frage, ganz im Gegenteil: Frau Blume hatte einen Versetzungsantrag gestellt, der die ungeliebte Pädagogin endlich von der Schule entfernt hätte.  Durch die Skandalanzeige hat sie jedoch auf die Versetzung keine Chance mehr.

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Die Episode aus dem ZDF-Dauerbrenner "Notruf Hafenkante" führt anschaulich dar, warum Vorabendkrimis oft vielen "Tatort"-Filmen überlegen sind. Durch die kürzere Laufzeit zeigen sich die Episoden oft sehr schnörkellos und zügig erzählt. Umständliche Mätzchen und öde Streitereien über Privates zwischen den Ermittlern wie im letzten Wiener "Tatort" bleiben außen vor. Wie sich überhaupt die Polizisten hier angenehm zurückgenommen präsentieren.

 
Schematisch, aber glaubwürdig

 
Wichtiger als deren Privatleben ist hier die Hauptfigur Frau Blume. Und die zeigt im Handlungsverlauf neben ihrer Strenge immer stärker eine gewisse Ambivalenz. Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen der Lehrerein, ihrer ehemaligen Schülerin und Alina verläuft zwar schematisch, bleibt dabei aber psychologisch glaubwürdig. Und dass dabei auch Frauke Prinz (Manuela Wisbeck) involviert ist, eine Krankenschwester im fiktiven Elbkrankenhaus der Serie und ebenfalls Ex-Schülerin von Blume, wird am Ende vom Drehbuch elegant mit der Haupthandlung verknüpft.
 
Schön auch, dass sich die Geschichte in "Alte Schule" hauptsächlich um die Lehrerin dreht und nicht noch jede Menge Nebenhandlungen hineinstopft. Die Inszenierung konzentriert sich ebenfalls auf die Schauspieler und verarbeitet nebenbei noch einige schöne Impressionen von Hamburg, wo das ZDF die Reihe angesiedelt hat. Kein Wunder, dass die Mainzer Serie seit zehn Jahren im Programm haben und auch im Vormittagsprogramm gerne wiederholen.
 
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