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TV-Kritik: "Am Abgrund": Mach‘s gut, Bella!

Von In ihrem 38. und letzten Fall kommt die Hamburger Kommissarin einer Verschwörung auf die Spur. Kein toller Film, aber nochmal ein starker Auftritt von Hannelore Hoger.
Staatsanwalt Mehlhorn stirbt bei einem Bombenattentat, das seinen Jaguar in einem Flammenmeer explodieren lässt. Foto: ZDF/Hardy Brackmann Staatsanwalt Mehlhorn stirbt bei einem Bombenattentat, das seinen Jaguar in einem Flammenmeer explodieren lässt.

Abschied von Bella Block bedeutet auch das Aus für die Figuren aus der Reihe. Bella Blocks alten Freund Staatsanwalt Mehlhorn  (Hansjürgen Hürrig) erwischt es als Ersten. Kurz zuvor freute er sich noch auf die Pensionierung, das Ausschlafen, die eigene Sauna und genoss zusammen mit Bella Block ein gemeinsames Abendessen und eine letzte Fahrt im frisch erstandenen Jaguar.

Dann für Bella Block ein Anruf auf dem Handy, von ihrem Ex Simon. Bella Block verlässt den Wagen Mehlhorns und blickt geschockt zurück, als hinter ihr Mehlhorns Wagen in einem Flammenmeer explodiert. Generalstaatsanwalt Beerholts Anstrengungen, Mehlhorns Mörder zu finden, können sie nicht überzeugen. Mit der Hilfe von Malte Schnaak (Rainer Bock) besorgt sie sich Mehlhorns Akten.

Sabin Tamrea mit finsterer Eleganz

Und kommt darin einem schmutzigen Geschäft von stattlichen Ausmaßen auf die Spur: Es geht um das Vertreiben von Mietern, um ungestört Luxussanierungen durchführen zu können: ein Geschäft, das auch mal eine Frau aus dem Fenster springen lässt und worin auch ein städtischer Baudirektor und seine von Corinna Harfouch gespielte Schwester, ein windiger Anwalt namens Maaslich (Aljoscha Stadelmann) und andere verwickelt sind.

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Zunehmend drängt sich auch Raven Morlock ins Geschehen, Chef einer Kinder-Einbrecherbande. Der wird von Sabin Tambrea ("Das Geheimnis der Hebamme") mit gewohnt sinisterer Eleganz verkörpert und lässt seine Schwester Tabea (Lilith Stangenberg), die geistig auf dem Stand eines Kindes stehengeblieben ist, in einem Rotlichtschuppen singen.

Mehr blauer Dunst als Spannung

Es finden sich also allerlei vertraute Krimimotive in der Geschichte wieder, und der Hamburger Hafen mit schillerndem Kiezschuppen macht auch optisch was her. Allerdings ist es im Krimi kein gutes Zeichen, wenn ein Ermittler wie Schnaak dauernd rauchen muss. Auch wenn ihm die Zigarettendose am Ende das Leben rettet – eine kleine Anleihe aus "Liebesgrüße aus Moskau" (dem Roman, in der Verfilmung kommt die Szene nicht vor).

So richtig Spannung will denn auch nicht aufkommen. Viele Szenen wirken kryptisch, der Zusammenhang erschließt sich nur allmählich und nicht ohne Mühe. Es hapert gelegentlich auch an Logik, wenn  etwa Tabea wieder in dem Rotlichtschuppen auftritt, wo ihr Bruder aus nichtigem Anlass einen Gast zusammengeschlagen hat. So erscheint das Geschehen oft eher wie eine Nummernrevue, in der man eben einfach die Serienfiguren noch einmal Revue passieren lässt.

So läuft es im Wesentlichen auf die große Bühne für Bella Bloch selbst hinaus, jene  wunderbar schrulligen Kommissarin irgendwo zwischen "Tatort" und Miss Marple. Knapp ein Vierteljahrhundert Bildschirmpräsenz – die erste Folge flimmerte Ende 1993 über die Mattscheibe und war noch als Solitär gedacht – hat Bella Block die TV-Krimilandschaft bereichert. Man wird sie vermissen. Und besonders Hannelore Hoger, die ihrer Figur mit robustem Charme ihren Stempel aufgedrückt hat.

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