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TV-Kritik: "Auf Herz und Nieren": Bewegend

Von Wie die vorletzte Episode aus dem Serienerfolg "Die Kanzlei" hier Komödie und Drama verbindet, ist schon sehr gelungen.
Isa von Brede (Sabine Postel, l.) kann es nicht fassen: Gellert hat ausgerechnet Thomas Zuhse (Oliver K. Wnuk, r.) für die erkrankte Yasmin eingestellt. Foto: ARD/Georges Pauly Isa von Brede (Sabine Postel, l.) kann es nicht fassen: Gellert hat ausgerechnet Thomas Zuhse (Oliver K. Wnuk, r.) für die erkrankte Yasmin eingestellt.
Gleich drei Handlungsstränge hat die ARD in der neuen Folge ihres Dauerbrenners "Die Kanzlei" verarbeitet. Und die decken einen weiten Bereich ab: Zwei erfüllen einen komödiantischen Zweck. Nach Yasmins Zusammenbruch sucht die Kanzlei eine Aushilfe und Markus Gellert (Herbert Knaup) stellt ohne Rücksprache mit Isabel von Brede (Sabine Postel) einen Mann mit allerbesten Zeugnissen ein. Doch damit wird für die Kanzlei ein Alptraum wieder lebendig: Thomas Zuhse (Oliver Wnuk) hat schon einmal dort gearbeitet und mit seiner pingeligen Art und Erbsenzählerei alle zum Wahnsinn getrieben.
 

Ein hinterhältiger Duckmäuser

 
Wnuk, TV-Zuschauern unter anderem in der Rolle des Hinnerk Feldmann aus den Inselkrimis um Kommissar Clüver (Robert Atzorn), zeigt sich denn auch umgehend als ein Pluspunkt. Er spielt Zuhse als verklemmten Streber, leise, schüchtern, mit stockender Redeweise,  aber zugleich mit einer Spur von Hinterhältigkeit und Häme: Genau die Mischung, mit der er auch durchschnittliche TV-Produktionen wie "Bloß kein Stress" - dort als Nachbar, der einem Durchschnittehepaar immer wieder deren Unzulänglichkeiten vor Augen führt - mit Erfolg veredelte. 

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Im zweiten Handlungsstrang geht es um Guntram Hanefeld (Max Herbrechter), der sich von seiner Frau Nora (Aglaia Szyszkowitz)scheiden lassen will, um Anja Kollwitz (Merle Collet) zu heiraten. Zwar will Hanefeld seine Frau mit einem monatlichen Betrag unterstützen, obwohl die beiden einen Ehevertrag unterschrieben haben, der gegenseitige Ansprüche ausschließt. Nora jedoch bevorzugt eine einmalige Zahlung in Höhe von einer Million Euro. Zu Hanefelds Pech hat sie etwas gegen ihn in der Hand: Sie weiß um seine umfangreiche Schwarzgeldkonten.
 

Ein harter Brocken wird hilflos

 
Es ist aber der dritte Handlungsstrang, der diese Episode besonders emotional gestaltet. Er betrifft die einstige Rotlicht-Größe Gerd Matuschek (Uwe Bohm), Bredes ehemaligen Freund. Matuschek hat seinen Sohn verloren, der nach einer schweren Sepsis eine Herztransplantation gebraucht hätte. Zu der Transplantation kam es aber nicht durch Manipulation von Dr. Josef Weiland (Heiko Raulin). Es gibt noch weitere Ungereimtheiten in Bezug auf den Chefarzt des Elisabeth-Krankenhauses – und bald entwickelt sich die Anwaltsserie dadurch zum Krimi. Und das Drehbuch verbindet diese Handlungsstränge mit bemerkenswerter Mühelosigkeit.
 
Uwe Bohm, der in bisher drei TV-Filmen um den Hafenpastor Jan Fedder mit dem Luden Bodo Schüler eine sehr ähnliche Rolle verkörperte, glänzt hier durch besondere Vielschichtigkeit. Die Rolle des bis ins Mark durch den Tod seines Sohnes getroffenen harten Brockens steht ihm ausgezeichnet. Zwar hat diese Geschichte so viel Potential, dass man mit ihr problemlos auch allein eine ganze Episode hätte füllen können. Aber immerhin wird sie auch in der nächsten Episode "Irrwege", der letzten aus der laufenden Staffel, noch weiter fortgesetzt.
 
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