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TV-Kritik: "Das Traumschiff – Tansania": Ein Kahn voller Unterhaltung

Von Neben reichlich Schauwerten und einem schön angelegten Melodrama bietet die 78. Episode noch eine Anspielung an einen John Wayne-Klassiker.
Robin (Sonsee Neu), von ihrem Ehemann zutiefst verletzt, sucht ihre alte Jugendliebe Jörg (Hardy Krüger jr.) auf. Foto: ZDF/Dirk Bartling Robin (Sonsee Neu), von ihrem Ehemann zutiefst verletzt, sucht ihre alte Jugendliebe Jörg (Hardy Krüger jr.) auf.
Die Sendung gehört zu den erfolgreichsten TV-Formaten überhaupt: Seit bald sechsunddreißig Jahren sticht "Das Traumschiff" in die See. Was für einen Dauerbrenner Produzent Wolfgang Rademann damit ins Leben gerufen hatte, ahnte er wohl zum Auftakt am 22. November 1981 selbst nicht. Das Rezept aus Glamour, Herzschmerz samt kräftigem Schuss Melodramatik, exotischen Ländern und ein wenig Klamauk sorgte von Anfang an für fette Einschaltquoten und brachte es auf bisher 78 Folgen. Für den Ostersonntag zur besten Sendezeit ist darum ein Ausflug nach Tansania genau das Richtige.

Im Mittelpunkt stehen diesmal vor allem das Ehepaar Robin (Sonsee Neu) und Kai Schmelting (André Röhner). Sie wollen nach Tansania zur Testamentseröffnung ihres Vaters Herbert Frohme (Dietrich Mattausch), der angeblich gestorben ist. Mit an Bord sind außerdem Robins Bruder Steffen (Gabriel Raab), der seinen Schwager noch nie leiden konnte und den Robin seit ihrer Hochzeit nicht mehr gesehen hat. Nach Steffens Ansicht hat Robin, die für ihren Mann ihren Jugendfreund Jörg Schröder (Hardy Krüger jr.) verließ, den falschen Mann geheiratet.

John Wayne und Hardy Krüger standen Pate

Hardy Krüger jr. In einer in Tansania angesiedelten Traumschiff-Folge? Woran erinnert das nur? Richtig, an den Abenteuer-Klassiker "Hatari!" - Swahili für Gefahr - von Howard Hawks aus dem Jahr 1962 mit John Wayne und Hardy Krüger. Sicher nicht zufällig taucht auch später in Tansania einmal eine "Hatari-Lodge" auf. Zunächst gibt es aber schon auf dem Schiff genug Verwicklungen: Kai, der seine Frau betrügt, trifft auf dem Schiff Larissa Zimmermann (Sonja Bertram), seine Geliebte, die sich an Bord eine Stelle als Bordfriseurin ergattert hat.

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Den komischen Part übernehmen in dieser Folge Felix Staudinger (Bernd Stegemann) und Justus Erbrecht (Heinrich Schafmeister): Die beiden Freunde sind begeisterte Hobbyfotografen konkurrieren in Tansania mit allen Mitteln um das beste Foto, was zu einigen schönen Gags führt – besonders wenn sie mit ihrem Geländewagen in einem Fluss mit Krokodilen steckenbleiben. Vorher bekommt Steffen, dessen Firma in finanziellen Schwierigkeiten steckt, aber von ihnen noch einen Eindruck, wie viel Geld man mit dem Horn eines Nashorns auf dem Schwarzmarkt verdienen kann.

Melodram kommt zu kurz

Weitere Verwicklungen ranken sich besonders um Schiffsoffizier Florian Barner (Florian Silbereisen), der lieber in einer Band aktiv sein möchte. Es ist schon reichlich viel, was das Drehbuch an Handlung in die Episode hineingepackt hat: Die Ehegeschichte allein hätte entsprechend ausgebaut schon locker für neunzig Minuten gereicht.  Sie zeigt sich trotz des plötzlichen Auftauchens des vermeintlich toten Vaters in Tansania glaubwürdig angelegt und auch engagiert gespielt.

Auch wundert man sich mitunter über die Steffens überaus elegante Kleidung: Hemd, Weste, Krawatte und Sakko unter der Sonne Tansanias? Da kamen John Wayne und Hardy Krüger in "Hatari!" verschwitzt und zerknautscht doch angemessener rüber. Dafür entschädigen aber wie in jeder Traumschiff-Folge die durchweg faszinierenden Aufnahmen aus Ostafrika. Die Kamera fliegt reichlich über ausgebrannte Steppenlandschaften und natürlich kommt auch die Tierwelt samt Giraffen, Löwen, Elefanten und riesigen Schwärmen von Flamingos nicht zu kurz.

Handlung nicht nur Beiwerk

Genau dafür lieben die Zuschauer die Reihe ja auch am meisten. Die Handlung verkommt dennoch nicht zu bloßem Beiwerk. Durch die weiteren Nebenhandlungen kommen die Beteiligten aber zu kurz. Speziell von der kaputten Ehe der Schmeltings und der Kindheit der Frohmes hätte man gerne mehr erfahren. Als gut gemixtes Rührstück überzeugt das Gebotene dennoch, zumal auch diese Folge an exotischer Folklore nicht spart. Ein starker Anwärter auf die höchste Einschaltquote am Ostersonntag also.
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