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TV-Kritik: "Das perfekte Glück": Die faszinierende Femme fatale

Von Eine schillernde Geschwisterbeziehung stellt das Ermittlerteam aus "Der Alte" vor ungewöhnliche Aufgaben: Was verband Nora mit ihrem toten Bruder?
Was verschweigt sie? Kommissar Richard Voss (Jan-Gregor Kemp) vermutet, dass Nora (Franziska Petri) noch deutlich mehr zum Privatleben ihres Bruders aussagen könnte. Foto: Erika Hauri Was verschweigt sie? Kommissar Richard Voss (Jan-Gregor Kemp) vermutet, dass Nora (Franziska Petri) noch deutlich mehr zum Privatleben ihres Bruders aussagen könnte.

Der Vater beging Selbstmord, die Mutter starb zwei Jahre später in der geschlossen Psychiatrie. Anschließend aufgewachsen in wechselnden Pflegefamilien. Geschäftlich zusammen dennoch bemerkenswert erfolgreich: Victor Schubert leitete zusammen mit seiner Schwester Nora (Franziska Petri) mehrere Promi-Friseursalons. Die beiden gehören zu den ausgefallensten Paaren, die je in einem Krimi zu sehen waren.

Wobei Paar durchaus wörtlich zu verstehen ist. Sie teilten sich nicht nur das gemeinsame Maserati-Cabrio, sondern tauschten sich auch bis ins Detail über ihre wechselnden Liebhaber aus. Eine höchst intime Verbindung also, die gelegentlich sogar die Grenze zum Inzest überschritt und Kommissar Richard Voss (Jan-Gregor Kemp) mit seinem Team vor ungewöhnliche Probleme stellt. Denn am Anfang der Geschichte stürzt Victor aus seiner Wohnung tödlich ab, dazu regnet es Geldscheine.

Eine Beziehung mit Abgründen

Was ging dem tödlichen Sturz voraus? In der Tätersuche spielt der kompakt erzählte Film aus der Reihe "Der Alte"  alle Stärken eines gut gemachten Freitagskrimis aus. Dabei verleiht schon eine kurze Verfolgungsjagd zu Fuß zwischen Annabelle Lorenz (Stephanie Stumpf) und Ricarda Grubinger (Alina Beise)  der Geschichte einen gewissen Schuss Dynamik. Ohne jedoch dabei vom Hauptthema abzulenken: der Beziehung zwischen Nora Schubert und ihrem Bruder Victor.

Das Drehbuch vermittelt diese schräge Beziehung sehr gekonnt, wobei das promiskuitive Geschwisterpaar besonders durch die schauspielerische Präsenz von Franziska Petri lebendig wird. Petri strahlt dabei gerade durch ihre Zurückhaltung eine intensiv abgründige Rätselhaftigkeit aus, wobei sie ihre Rolle zur idealen Femme fatale gestaltet. Dabei lässt Regisseurin Esther Wenger in einer Schwimmszene (siehe Bild)  auch zwischen ihr und Voss eine gewisse Spannung spüren.

Für ein wenig Humor sorgt im Polizeiteam ein typischer Nerd, wobei die Geschichte das Motiv nicht über Gebühr strapaziert. Die Auflösung kommt als echte Überraschung, die aber funktioniert: Die Geschichte hat zuvor das Verhältnis zwischen Nora und ihrem Bruder in allen Facetten intensiv ausgeleuchtet. Schnörkellos erzählt, zeigt sich diese Episode einfallsreich konzipiert. Aber Franziska Petri adelt die Geschichte darüber hinaus noch zu einem richtig guten Krimi.

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