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TV-Kritik: "Das schwarze Schaf": Frankfurter Kult-Duo ist zurück

Von Zwar klappt das Rezept von "Ein Fall für zwei" immer noch. Schade aber, dass der Zuschauer in der letzten Staffel einen herben Verlust hinnehmen musste!
Rechtsanwalt Benni Hornberg (Antoine Monot, Jr., l.) und Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues, r.) recherchieren für ihren aktuellen Fall. Foto: ZDF und Felix Holland Rechtsanwalt Benni Hornberg (Antoine Monot, Jr., l.) und Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues, r.) recherchieren für ihren aktuellen Fall.
Schon erstaunlich, wie gut das Konzept mit Anwalt Benni Hornberg (Antoine Monot jr.) und Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) funktioniert: Der Dicke und der Sehnige. Der mit dem Mantel, dem Anzug und der Aktentasche und der mit dem Parka und dem alten Ford Escort-Cabrio im schrillen Orange. Der mit der bürgerlichen Anwaltskarriere, mit der er gebrochen hat, und der mit der undurchsichtigen Vergangenheit aus Südamerika, mit der er gebrochen hat. Gemeinsam ist beiden, dass sie pekuniär aus dem letzten Loch pfeifen und noch immer Spuren an ihr altes Leben erinnert.
 
Das neue "Ein Fall für zwei"-Duo kommt an. Man sieht es daran, dass mittlerweile die dritte Staffel über die Mattscheibe flimmert. "Das schwarze Schaf" aus dem Titel ist Jan-Philip Rosen (Kai Malina). Der erfolglose Unternehmer wurde von der Polizei im Haus seiner Großmutter angetroffen und verhaftet, weil die alte Dame tot in ihrem Arbeitszimmer lag. Sie hatte ihrem Enkel eine größere Geldsumme geliehen, dass dieser bei einem erfolglosen Geschäft verlor. Zugang zum Haus hatten nur er, sein Bruder Karl (Christoph Schechinger) und seine Mutter Doris (Kirsten Block).
 

Elektronische Tricks werden immer wichtiger

 
Besteht der Verdacht gegen Rosen, den Hornberg verteidigt, zu Recht? Die attraktive Staatsanwältin Claudia Strauss (Bettina Zimmerman) kann ein Alibi Jan Philip Rosens schnell entkräften. Aber Leo Oswalds umfangreiche Kenntnisse im Abhören, Anzapfen von Datenleitungen und elektronischen Spielereien machen sich natürlich bezahlt. Dementsprechend wird in vielen Szenen getippt, erscheinen sehr oft Tastaturen und Bildschirme in Nahaufnahme und dürfte so mancher Zuschauer ohne die erforderlichen Spezialkenntnisse Bauklötze staunen über die Möglichkeiten, welche sich da in Bezug auf Manipulationen ergeben.
 
Oswald darf auch sonst die Handlung im Wesentlichen vorantreiben. Bei temporeicheren Krimi-Szenen im Halbdunkel, beim Schleichen, Sprinten, Lauern oder einer heimlichen Fahrt im Laderaum eines LKWs steht Oswald wie schon in den Anfängen der Serie Detektiv Matula Oswald im Mittelpunkt. Sein Darsteller Manja Mues gibt dabei wie einst Claus-Theo Gärtner eine ganz gute Figur ab. Dabei geraten aber weder die anderen Charaktere noch ihre Verwicklungen aus dem Blickfeld.
 

Thomas Thieme fehlt immer noch

 
Zwar wird besonders Hornberg durch seine Vergangenheit in Beschlag genommen, aber das Drehbuch nutzt diesen Aspekt sogar einmal für eine witzige Einlage, als Hornberg mitten in seinen Scheidungsverhandlungen von Oswald zu Hilfe gerufen wird. Bedauerlich bleibt aber, dass Hornbergs Schwiegervater Oskar Renner nicht mehr mit von der Partie ist, nachdem er in der Folge "Die chinesische Mauer" aus der zweiten Staffel Selbstmord begangen hatt..
 
Ein Schauspieler vom Kaliber Thomas Thiemes hat der Serie noch ein wenig mehr darstellerischen Glanz verliehen, zumal der von Thieme verkörperte Renner auch durch seinen luxuriösen Lebensstil einen reizvollen Kontrast zu Hornbergs Existenz liefern konnte. Auch vom Typ her hätte Thieme wie schon im "Tatort"-Krimi "Der Inder" - in dem sein Charakter ebenfalls Selbstmord begeht - einen wunderbaren Strippenzieher abgegeben. Dennoch macht auch der Auftakt zur dritten Staffel Spaß. Es wird bestimmt nicht die letzte Staffel des Frankfurter Kult-Duos bleiben.
 
 
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