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TV-Kritik: "Demokratie stirbt in Finsternis": Dieser "Polizeiruf 110" ebenfalls!

Von Platt, klischeehaft und abenteuerlich abstrus: Bis auf ein paar gute Szenen funktioniert in diesem Sonntagskrimi einfach gar nichts.
Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, r.) bändigt den wütenden Lennard Kohlmorgen (Jürgen Vogel, M.). Olga Lenski (Maria Simon, l.) sieht zu. Foto: (rbb Presse & Information) Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, r.) bändigt den wütenden Lennard Kohlmorgen (Jürgen Vogel, M.). Olga Lenski (Maria Simon, l.) sieht zu.

Wenn es im "Tatort" oder "Polizeiruf" um Randmilieus und Subkulturen geht, wird es oft schwierig: Meist schaffen es die Macher nicht, die Anziehungskraft solcher Gruppen begreiflich zu machen. Dieser Polizeiruf spielt in einer Gruppe so genannter "Prepper", deren Name sich aus dem englischen Ausdruck to be prepared ableitet: Vorbereitet sein. Prepper bereiten sich durch allerlei Maßnahmen auf einen kommenden Ausnahmezustand vor.

Als ein Prepper zeigt sich auch Lennard Kohlmorgen (Jürgen Vogel). Die traumatisierte Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon) will auf dem abgelegenen Hof Kohlmorgens zur Ruhe kommen: In ihre Wohnung wurde eingebrochen, als sie und ihre Tochter friedlich schliefen. Kommissar-Kollege Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) fährt Lenski hin. Die erhoffte friedliche Idylle findet sie dort aber nicht. Kohlmorgen und seine Frau Valeska (Patrycia Ziolkowska) leben getrennt und Kohlmorgens Tochter Ulrike (Sofie Eifertinger) attackiert ihren Vater am laufenden Band.

Anarchie mit allen Mitteln

Lennard und seine Frau gehören zu einer Gruppe, die mit baldiger Anarchie rechnet. Wobei aber Valeska sich einer besonders radikalen Gruppe angeschlossen hat, die unter anderem durch einen Stromausfall anarchische Zustände herbeiführen will. Zunächst aber erzählt der Krimi von der langsamen Annäherung zwischen Lennard und Lenski, und das durchaus behutsam und mit vielen leisen Zwischentönen.

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Florian Foest holt dazu aus dem Einsiedlerhof Lennards oder Szenen mit gemeinsamem Fischfang viele faszinierende Bilder heraus. Zu diesem Zeitpunkt meint man sogar, der Film könnte wirklich was werden. Leider lässt aber das Drehbuch diese Ansätze schnell wieder fallen, sobald Valeska tot aufgefunden wird und die radikale Gruppe mit Ulysses (Dimitrij Schaad) zum Zentrum der Geschichte wird.

Ab diesem Moment funktioniert eigentlich gar nichts mehr. Die Gruppe hat außer platten Figuren und Parolen nichts zu bieten. Einen Hauch von Logik oder Plausibilität in diesem Erzählstrang sucht der Zuschauer weitgehend vergeblich: Schon allein das Verhalten von Lennards Tochter zu der Gruppe lässt sich kaum nachvollziehen.  Valeskas Beziehung zu der Gruppe gerät sogar noch verworrener.

Ohne roten Faden

Eine Begründung für ihren Tod samt Täter reicht der "Polizeiruf" zum Ende nach. Und diese Auflösung ist so mühsam geraten, dass es noch einmal knallhart verdeutlicht, dass dem Krimi ein roter Faden fehlt. Die Szenen, in denen die Aktivisten den Hof Lennards stürmen wollen, sollen wohl an Belagerungsfilme wie "Mad Max II" oder "Die Nacht der lebenden Toten" erinnern. Allerdings funktioniert das dort um Welten besser.

"Demokratie stirbt in Finsternis" ist kaum mehr als eine Ansammlung halbgarer bis abstruser Szenen, die von vorne bis hinten nicht zusammenwachsen wollen. Armer Jürgen Vogel: Nach den "Tatort"-Krimis "LU" aus Ludwigshafen und "Der wüste Gobi" aus Weimar, der 2017 durch die schlechteste Quote des Jahres auf sich aufmerksam machte, nun ein weiterer Totalausfall. 


 

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