Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 11°C

TV-Kritik: "Der 7. Tag": So macht man Hitchcock

Nach dem Bestseller von Nika Lubitsch: Stefanie Stappenbeck spielt eine Frau in einer alptraumhaften Situation. Ist sie die Mörderin ihres Mannes?
In aller Eile ist Sybille Thalheim (Stefanie Stappenbeck) in eine Bar gelaufen, um ihre Freundin anzurufen und um Hilfe zu bitten. Foto: Roland Suso Richter In aller Eile ist Sybille Thalheim (Stefanie Stappenbeck) in eine Bar gelaufen, um ihre Freundin anzurufen und um Hilfe zu bitten.
Im normalen Kriminalfilm sind die Fronten klar verteilt: Es gibt den oder die Mörder, und es gibt das Opfer. Umso reizvoller, wenn diese klassische Konstellation einmal aufgebrochen wird: etwa durch ein Opfer, das zwar noch lebt, aber nicht genau weiß, ob es nun ebenfalls Opfer oder Täter ist. Ein richtiges Opfer gibt es hier auch, nämlich Michael Thalheim (Steve Windolf). Er wurde mit etlichen Messerstichen  im Leib in einem Hotelzimmer aufgefunden.

Film verpasst? Hier geht es zur Mediathek!
 
Und seine Frau Sybille (Stefanie Stappenbeck)ist auf der Flucht vor der Polizei. Dabei weiß sie selbst nicht genau, was eigentlich passiert ist: Sie ist ohne Erinnerungen und mit einem blutigen Messer neben sich im Bett aufgewacht. Besonders unangenehm für sie: Sybille hatte gute Gründe, ihren Mann abgrundtief zu hassen. Er hatte sich mit 20 Millionen Euro veruntreuten Geldern ins Ausland abgesetzt, worauf Sybille ihre bürgerliche Existenz und ihr ungeborenes Kind verlor.

Eher Hitchcock als Lubitsch

Nika Lubitsch heißt die Autorin, die mit ihrem selbstverlegten Kriminalroman „Der siebte Tag“ ihren Durchbruch als Thriller-Autorin schaffte.  Ihr bürgerlicher Name lautet Monika von Ramin, und ihr Künstlername könnte von Ernst Lubitsch inspiriert sein, dem Großmeister der elegant-frivolen Komödie. Dabei würde Hitchcock wesentlich besser zu ihr passen. Schon deswegen, weil es in Hitchcock-Filmen auch öfter mal um Menschen geht, die wie in "Der unsichtbare Dritte" ihre Unschuld beweisen müssen.
 
Bei der Verfilmung ihres Bestsellers – bisher fand "Der siebte Tag" rund 350.000 Käufer – saß Roland Suso Richter auf dem Regiestuhl. Dass Richter einige Anleihen bei Hitchcock nahm, lässt sich nicht bestreiten: alleine schon Sybilles Erwachen, ihre Panik und ihre hastige Flucht aus dem Hotel zum Auftakt machen kräftig Lust auf den weiteren Verlauf. Stefanie Stappenbeck agiert dazu durchgehend und überaus glaubwürdig in einem verzweifelten Panikmodus, der die Spannung an vielen Stellen bis zum Siedepunkt treibt.

Der Täter bleibt tragisch

Verglichen mit der Leistung, die Stappenbeck hier zeigt, wirkt sie in "Ein starkes Team" bisweilen etwas unterfordert. Wie in "Wespennest", der bisher letzten und besonders gelungenen Episode des ZDF-Dauerbrenners, agiert auch hier Marcus Mittermeier mit Anzug und Krawatte in einer undurchsichtigen Rolle. Im Verlauf der Handlung klärt sich in Form von Rückblenden die Vorgeschichte, wobei  André Georgis Drehbuch noch einige Überraschungen bereithält.
 
Georgi und Richter setzen mit Erfolg auf Tempo und einige kräftige Schockeffekte. Henning Baum gibt seinen im Rollstuhl sitzenden Kommissar Warnke mit grummelnder Warmherzigkeit. Die Geschichte lässt selbst dem Täter am Ende noch eine kräftige Dosis Tragik. Und die Beteiligten und ihre Motive bleiben überschaubar, was das Mitfiebern erleichtert. Dss dabei einige Details nicht allzu stimmig erscheinen, lässt sich verschmerzen: Warum agiert ein Killer ohne Gesichtsmaske?  
 
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse