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TV-Kritik: "Der Bankraub": Am Ende unbefriedigend

Von Der Film über die Auswirkungen der Bankenkrise zeigt sich engagiert, geht aber am eigentlichen Thema vorbei.
Karriere mit Folgen: Martin Kreye (Franz Dinda, l.) und sein Vater Werner Kreye (Joachim Król, r.) haben schwerwiegende Differenzen. Foto: ZDF und Hardy Spitz Karriere mit Folgen: Martin Kreye (Franz Dinda, l.) und sein Vater Werner Kreye (Joachim Król, r.) haben schwerwiegende Differenzen.
"Wir gehören zusammen" versichert Martin Kreye (Franz Dinda) seiner Freundin Nina Phillips (Bernadette Heerwagen), und da meint er das auch noch so, wie er es sagt. Er wird von seinem Chef Helmut Draeger (Justus von Dohnányi) nach Amerika geschickt, um dort eine US-Filiale seiner Bank aufzubauen und am amerikanischen Immobilienboom mitzuverdienen. Sein Vater Werner Kreye (Joachim Król), ein alter Sozialdemokrat und Betriebsrat, ist davon weniger begeistert. 
 
Aber auch er benötigt Geld - und lässt sich darum, verführt von Versprechungen auf hohe Rendite, auf Aktiengeschäfte ein. Dieses Geschäft wird ihn in den Ruin treiben. Währenddessen kommt es mit Martin genauso, wie es ihm seine Freundin vorhergesagt hat: Er verliert sich im Erfolgsrausch, lässt sich von einer attraktiven Börsianerin verführen und verliert dabei stückchenweise seine Wurzeln und seine Skrupel. Am Ende steht jedoch die Finanzkrise, und für Martin stellt sich die Frage, auf welcher Seite er wirklich steht.
 

Nicht frei von Thesenfilm

 
Ein Film über dreckige Geschäfte, korrupte Banken und Wirtschaftskrise: Das klingt nach großem Kino. Aber auch nach einem Thesenfilm, der Schwarz und Weiß, Gut und Böse fein säuberlich trennt und auseinanderdividiert. Und so ganz frei davon ist der Film nicht, kann er auch nicht sein. Man muss schließlich halbwegs verstehen, worum es bei solchen Geschäften eigentlich geht, und da bleiben auch etliche Erklärungen etwa über sie Streuung von Risiko nicht aus. Es geht um die "Natur des Geldes", und der Film verpackt solche Dinge nicht ungeschickt in Vorträge oder Fragen- Antwort-Szenarien.
 
Um den Zuschauer dabei angesichts der eingebauten Informationsfülle nicht zu überfordern, verläuft die eigentliche Handlung als Hintergrund sehr einfach und klar strukturiert. Martin ist wie Faust, der sich zwischen Mephisto (der Neuen Welt und ihren Möglichkeiten, sich bei Geldgeschäften die Hände schmutzig zu machen) und Gretchen (seiner Familie) entscheiden muss. Doch schon zu Beginn rast der Vater mit seinem Auto auf seinen Bankberater zu und fährt ihn über
den Haufen.

 
Ein Film über Entfremdung

 
Und am Ende entscheidet sich Martin für die gute Seite. Das ist nicht überraschend, wie auch der Handlungsverlauf sich nicht eben als große Überraschung herausstellt. Regisseur Urs Egger holt jedoch beträchtliche Sogwirkung aus der Geschichte um eine langsame Entfremdung, zwischen Vater und Sohn ebenso wie zwischen Martin und seiner Freundin. Aber der Film kann dennoch nicht ganz befriedigen, weil die Bankenkrise mit allen Folgen sich ja bis heute massiv auf das Leben aller auswirkt.
 
Zwar sind die Börsenkurse wieder gestiegen - sie liegen immer noch nahe am Allzeithoch. Aber zugleich geht die Schere zwischen Arm und Reich immer extremer auseinander, bricht der Mittelstand weg. Während Aktien auf dem Höhenflug sind, lebt eine steigende Anzahl unter der Armutsgrenze. Die Flutung der Märkte mit billigem Geld löst das Problem nicht, weil das meiste davon nur in immer neue Finanzprodukte fließt. Auch das macht der Film zum Thema, aber nicht im ausreichenden Maße. Sehenswert bleibt er dennoch, ebenso wie die anschließende Dokumentation
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