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TV-Kritik: "Der Chef ist tot": Funkensprühende schwarze Komödie

Eigentlich nicht böse genug, aber mit glänzend witzigen Dialogen: Hier versucht sich das ZDF mit Erfolg mal an was Neuem.
Gesa Porizkova (Julia Hartmann) befürchtet, entlassen zu werden. Foto: Martin Rottenkolber Gesa Porizkova (Julia Hartmann) befürchtet, entlassen zu werden.
Der Tod ihres Chefs Peer Althoff (Guido Lambrecht) versetzt die fünf Mitarbeiter der Filiale von Heiterer Logistik in Schockstarre. Gesa Porizkova (Julia Hartmann) hat ihn tot im Treppenhaus gefunden. Und nicht nur bei ihr schrillten zu diesem Zeitpunkt längst die Alarmglocken: Einen Tag zuvor hatte Althoff der Belegschaft mitgeteilt, dass sie künftig mit einem Mitarbeiter weniger auskommen müssten.

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Aber mit der Entscheidung, wer abkömmlich wäre, würde er sich bis zum Ende der Woche Zeit lassen. Michael Baumgartner (Götz Schubert) sah Rot: Einst wurde er bei der Beförderung übergangen, sonst säße er jetzt auf Althoffs Sessel. Weil sich die beiden nicht leiden können, sieht er sich als Kündigungskandidat Nummer Eins. Doris (Petra Kleinert), die gute Seele, die gerade das erste halbe Jahrhundert vollgemacht hat, braucht sich als altgediente Mitarbeiterin die wenigsten Sorgen zu machen.
 

Ködern mit offener Bluse

 
Anders die junge und hübsche Gesa Porizkova (Julia Hartmann): Sie  glaubt, mit offener Bluse Althoff zu ködern, und trennt sich umgehend von ihrem Kollegen und Partner Sören (Lucas Prisor). Der bärtig-finstere Benno Sören (Daniel Christensen) hat ohnehin nur eine Stelle als freier Mitarbeiter und arbeitet besonders billig. In die zum Zerreißen gespannte Atmosphäre tritt nun Kommissarin Maxi Schweiger (Fritzi Haberlandt).
 
Sie provoziert mit ihren gespielt naiven Fragen die Belegschaft bis zur Weißglut. Und bereitet dem Zuschauer beträchtliches Vergnügen. Haberlandt konnte schon im Weimarer "Tatort"-Krimi "Der treue Roy“ als Schwester der Titelfigur ein beachtliches komödiantisches Potential offenbaren. Und jetzt als Maxi Schweiger läuft sie zur Hochform auf.
 

Die Koalitionen bleiben zu vage

 
Die Komödie gilt nicht umsonst als die schwierigste Filmgattung. Wenn sie sich mit dem Kriminalfilm zum Kammerspiel zusammentut, stellt das an die Figurenzeichnung und Dialogführung besonders hohe Ansprüche, wenn die Macher beiden Filmgattungen gerecht werden wollen. Hier steckt ein hartes  Sozial- und Charakterdrama in dem Stoff, was der Film aber eher beiläufig zur Kenntnis nimmt.

Eine gewisse Tragik in den Figuren schimmert aber immer wieder durch, und nicht immer wollen diese Ansätze mit dem komödiantischen Ton zusammenwachsen. Die Auseinandersetzungen, die wechselnden Koalitionen zwischen den Figuren sind zu vage, um einen ausreichenden Kontrast und einen entsprechenden Hintergrund zu den glanzvoll komödiantischen Dialogen des Drehbuchs zu geben.
 

Ganz auf die Dialoge zugeschnitten


Ein wenig zu schnell und zu mühelos finden etwa Sören und Doris zueinander. Dennoch bietet "Der Chef ist tot" hohen Unterhaltungswert, und das vor allem durch einen  funkensprühenden Wortwitz, wie man ihn im TV selten zu sehen und zu hören bekommt. Der scheint auch die Schauspieler anzustecken, die sich durchweg in bester Spiellaune zeigen und Fritzi Haberland bestens ergänzen. Als schwarze Komödie funktioniert der Film deshalb ziemlich gut.
 
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