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TV-Kritik: "Der Richter": Kampf mit zwei Fronten

Von Nach etwas langatmiger Einführung verbinden sich hier Gerichtsfilm und Familiendrama zu spannender Unterhaltung – auch durch zwei sehr gute Schauspieler.
Staranwalt Hank Palmer (Robert Downey Jr., li.) übernimmt mit C. P. Kennedy (Dax Shepard) die Verteidigung seines Vaters, Richter Joseph Palmer(Robert Duvall, Mitte). Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Staranwalt Hank Palmer (Robert Downey Jr., li.) übernimmt mit C. P. Kennedy (Dax Shepard) die Verteidigung seines Vaters, Richter Joseph Palmer(Robert Duvall, Mitte).

Hank Palmer (Robert Downey Jr.)  ist der Prototyp eines erfolgreichen, aber skrupellosen Rechtsverdrehers mit dickem Konto und klassischem Ferrari vor dem prächtigen Haus. Mit seiner Familie hat er längst gebrochen. Doch der Tod seiner Mutter führt ihn zurück in seine Heimatstadt Carlinville, wo sein Vater Joseph Palmer (Robert Duvall) noch immer sein Richteramt ausübt. Und seinen Sohn in einen höchst undurchsichtigen Fall verwickelt.
 
Es geht um Mark Blackwell, einen Mann, den Palmer einst nach einem Delikt wegen dessen demonstrativer Reue nur mild verurteilte. Kurz danach tötete Blackwell seine Freundin und ging für 20 Jahre hinter Gitter. Doch jetzt ist Blackwell tot, er wurde mit dem alten Cadillac des Richters überfahren. Alles deutet darauf hin, dass dabei nur Joseph Palmer am Steuer gesessen haben kann. Hat Joseph Palmer Blackwell absichtlich überfahren?

Der Sohn verteidigt den Vater

Nachdem der junge und unerfahrene Anwalt C.P. Kennedy (Dax Shepard) bei der Verteidigung des Richters völlig versagt, übernimmt Hank die Verteidigung seines Vaters – der Sohn, den sein Vater aufgrund dessen Skrupellosigkeit vor Gericht immer abgelehnt hat. Die Geschichte mündet in ein spannendes Duell zwischen Hank und Staatsanwalts Dwight Dickham (Billy Bon Thornton) einerseits und Hank und seinem Vater andererseits.
 
Es ist genau dieses Duell mit zwei Fronten, das diesen Film besonders sehenswert macht. Zu Beginn schlingert der Film noch etwas zäh mit zu vielen Nebenfiguren, abgebrochenen Handlungssträngen und einigen Klischees hin und her. Man hätte sich eine straffere Einführung und ein dichter geschriebenes Drehbuch gewünscht. Aber sobald der eigentliche Konflikt ins Rollen kommt, gewinnt der Film merklich an Dramatik. Wodurch sich auch Duvall und Downey Jr. emotional freispielen können.

Gut gespielter Konflikt

 
Die Frage, welche Rolle der Richter während der verhängnisvollen Autofahrt wirklich eingenommen hat – möglicherweise war es auch eine Art von Selbstjustiz - löst das Drehbuch von Regisseur David Dobkin schlauerweise nie ganz auf. Und die Art, wie sich hier Familiendrama, das sich vor allem als Vater-Sohn-Drama herausstellt, und Gerichtsfilm zusammenfügen, schafft viele packende Momente. Dabei gelingen Dobkin im Handlungsverlauf auch anrührende Szenen.
 
Dass er dabei nicht in billige Sentimentalität abgleitet, zeigt sich auch als Verdienst von Robert Downey Jr. und Robert Duvall. Downey zeigt besonders ab dem Moment, als er die Verteidigung seines Vaters übernimmt, als Mann mit widerstreitenden Gefühlen eine bemerkenswerte schauspielerische Vielfalt. Und Duvall hat sich seine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller redlich verdient.
 

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