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TV-Kritik: „Der Teufel von Split“: Was fürs Auge

Von Der „Kroatien-Krimi“ spielt in einer traumhaft schönen Landschaft. Aber es gibt auch Grund zum Meckern.
Tereza Remic (Alma Prica) zeigt Branka (Neda Rahmanian, li.) und ihrem Kollegen Emil (Lenn Kudrjawizki) ein Foto von der Kampfeinheit ihres Mannes. Foto: ARD Degeto/Erika Hauri Tereza Remic (Alma Prica) zeigt Branka (Neda Rahmanian, li.) und ihrem Kollegen Emil (Lenn Kudrjawizki) ein Foto von der Kampfeinheit ihres Mannes.
Haben nicht nur viele Krimi-Fans, sondern auch die Sender langsam genug von ausgebrannten, traumatisierten, alkoholabhängigen und kettenrauchenden Ermittlern? Am Montag brachte Silke Bodenbender als Lotte Jäger mal etwas frischen Wind in die Szene, und auch Neda Rahmanian entspricht nicht dem genannten Klischee. Als Kommissarin Branka Maric ist sie die neu ernannte Leiterin der Mordkommission, die sich aber noch gegen allerlei Vorurteile ihrer Kollegen durchsetzen muss. Daneben darf Branka Maric auch zwei Beziehungen zu Männern gleichzeitig führen. Eine Frau, zwei Männer, eine in vielen Filmen gepflegte Konstellation.
 
Daneben hat sie auch noch einen im Handball erfolgreichen Bruder. Ein weiterer Bruder war im Kroatienkrieg und wird vermisst. Aber natürlich löst Maric zusätzlich zu ihrem turbulenten Privatleben auch eine Kette von Mordfällen. Das erste Opfer ist Ante Remic (Nenad Srdelic), ein ehemaliger Offizier im Kroatienkrieg. Bald verschwinden bei einem Einbruch auch dessen Kriegsandenken. Sehr bald stirbt ein weiteres Mitglied von Remics Einheit. Stehen die Morde miteinander in Verbindung? Für Maric ist der Fall alles andere als nur ein Kriminalfall unter vielen, denn auch ihr vermisster Bruder gehörte zu der Einheit.
 

Von Anfang an widerlich

 
Die Spur führt zu Jerko Novak (Ralph Herforth), einem Unternehmer. Was wenig überrascht, da Herforth schon anfangs als betonter Widerling auftritt. Wer mit einer langbeinigen Bikinischönheit auf einer üppigen Motorjacht durch die blaue Adria gleitet und diese Frau auch noch heftig ohrfeigt, der muss ja jede Menge Dreck am Stecken haben. Am Ende wirft er gar die Kommissarin gefesselt ins Wasser. Aber natürlich kommt Rettung in letzter Sekunde, und außer einer leichten Blessur bleiben keine Spuren zurück. Schließlich wird es ja noch einen zweiten Kroatien-Krimi geben: „Tod einer Legende“ am 22. September.
 
„Der Teufel von Split“ setzt weniger auf Subtilität, sondern eher auf vielfach gesehene Handlungselemente. Einen Kommissar, der ins Wasser stürzt und fast ertrinkt, gab es erst am letzten Wochenende in „Im Zeichen des Taurus“. Eine Schwäche, die jedoch nicht überzubewerten ist. Insgesamt ist „der Kroatien-Krimi deutlich besser gelungen. Der Film bezieht recht geschickt die jüngste Vergangenheit mit Jugoslawien-Krieg und Kriegsverbrechen in seine Handlung ein und verfügt auch über teilweise originelle Nebencharaktere wie Nemics glühend religiöse Witwe Tereza, sehr schön gespielt von der Kroatien Alma Prica. Pricas Rolle hätte größer ausfallen sollen.
 

Reizvoll durch Urlaubslandschaften

 
Und natürlich zeigt sich der erste Kroatien-Krimi wie die anderen Regionalkrimis aus der Bretagne, Venedig, Tirol, Athen oder Tel Aviv auch die für TV-Zuschauer fremde Umgebung ein. Da hat Kroatien mit seinen Buchten, Felsenlandschaften  im prallen Sonnenlicht ja besonders viel zu bieten. Vor so schönen Landschaften macht sich auch die Iranerin Neda Rahmanian sehr gut. An den Bildern und der nicht nur optisch überzeugenden Hauptdarstellerin gibt es also nichts zu meckern, an der Dramaturgie schon eher: Das Geschehen hätte ruhig etwas straffer und zügiger inszeniert sein können. Auch die wenig spannungsfördernde Musik lässt kaum Thriller-Stimmung aufkommen. Für den zweiten Teil bleibt also noch Luft nach oben.

Den ganzen Krimi gibt es hier
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