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TV-Kritik: "Der Tod ist unser ganzes Leben": "Tatort"-Volltreffer aus München

Von Trotz dramaturgischer und logischer Schwächen: Dieser Krimi zeigt das Münchner Team in echter Hochform!
Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) wurde angeschossen. Doch wie genau sind die Zusammenhänge? Foto: BR/X Filme/Hagen Keller Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) wurde angeschossen. Doch wie genau sind die Zusammenhänge?
Dieser "Tatort" ist geradezu phänomenal. Dabei ist das Besondere daran gar nicht die Handlung an sich, im Gegenteil. Zur Erinnerung: In ihrem vorletzten Fall "Die Wahrheit" jagten die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) einen Mörder, der ohne erkennbaren Anlass einen Familienvater erstach. Die Krimi-Handlung hatte dabei ein scheußliches Vorbild in der Realität: den so genannten "Isar-Mord", bei dem am 28. Mai 2016 ein 31-jähriger Italiener in München erstochen wurde. Die Polizei tappt bis heute im Dunkeln.
 
Auch Batic und Leitmayr konnten in "Die Wahrheit" den Täter nicht fassen. Nun aber schlägt er erneut zu. Doch sein Opfer überlebt, und eine Videoaufzeichnung führt die Polizei auf die richtige Spur. Der auf den ersten Blick schüchterne und unscheinbare Thomas Barthold (Gerhard Liebmann) entpuppt sich als völlig enthemmter Killer, getrieben von einem bizarren Zwang zum Zählen und einer ebenso unstillbaren Lust an der Provokation. Was ihm zum Verhängnis wird.

Was geschah auf dem Transport?

Zu Beginn ist der Serienmörder indessen schon tot, und Kommissar Ivo Batic erwacht gerade aus einer längeren Bewusstlosigkeit. Währenddessen sieht sich sein Partner Leitmayr mit bohrenden Fragen konfrontiert: Was passierte wirklich bei dem Transport von Barthold zum Prozess? Am Ende dieser Fahrt gab es drei Tote. Könnte es sein, dass Batic seinerseits nicht nur Thomas Barthold erschossen hat, sondern auch für den Tod von zwei weiteren Polizisten verantwortlich ist?  

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Der Krimi beginnt damit, dass Leitmayr sein Verhalten und das seines Partners erklären und rechtfertigen muss – und dabei riskiert, sich eingestehen zu müssen, das Jahrzehntelanges Vertrauen und viel alte Freundschaft von Batic eiskalt missbraucht wurde. Die Beweise gegen Batic sind erdrückend, das Verhalten des Partners bestenfalls undurchsichtig. Nun wird die Geschichte schon reichlich holprig.

Schwacher Zusammenhang, aber tolle Einzelszenen

Schon der ständige Wechsel von Rückblenden und aktueller Krimihandlung macht es nicht immer einfach, dem Plot noch zu folgen. Und was die innere Logik betrifft, sollte man schon gar keine hohen Ansprüche stellen – zumal  die Drehbuchautoren das Ganze noch mit einigen grotesken Zufällen zusammengeleimt haben. Und dennoch fesselt dieser Krimi die ganze Laufzeit hindurch und hält die Spannung auch bis zum Schluss auf hohem Niveau.

Denn trotz aller Schwächen im Gesamtzusammenhang gelangen Drehbuch und Regie eine ganze Kette von furiosen und oft emotionalen Einzelszenen, in denen sich auch Nemec und Wachtveitl sehr gut nach vorne spielen können. Was den Einsatz filmischer Mittel von der Regie Philip Kochs über die Kamera (Jonas Schmager) bis zur Musik von Sebastian Pille betrifft, zeigt "Der Tod ist unser ganzes Leben" die Macher wirklich in Hochform. Hier gelang den Münchnern ein echter Volltreffer, den die Zuschauer lange nicht mehr vergessen werden.
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