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TV-Kritik: "Der tote Fisch": Krimi mit Kaffeemaschine

Von Die Rosenheim-Cops stehen vor einem verzwickten Fall: Der Tote im Luxuslokal hatte vielen ein handfestes Mordmotiv geliefert.
In einem Nobelrestaurant wird eine Leiche gefunden. Ein Fall für die Rosenheimer Polizei (v.l.n.r.: Max Müller, Joseph Hannesschläger, Igor Jeftic). Foto: Christian A. Rieger - klick In einem Nobelrestaurant wird eine Leiche gefunden. Ein Fall für die Rosenheimer Polizei (v.l.n.r.: Max Müller, Joseph Hannesschläger, Igor Jeftic).
Der Tote hörte auf den Namen Marcel Schwaiger, fuhr einen rasanten Sportwagen und lebte auch sonst auf ziemlich großem Fuß. Eigentlich viel zu luxuriös für das Gehalt, das er als Koch in dem Gourmet-Tempel "Le Bonheur" verdiente. Erschlagen wurde er mit einem gefrorenen Stück Lachs. Die die Kommissare Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger) und Sven Hansen (Igor Jeftic) stellen bald fest, dass etliche Leute im Umfeld über ein handfestes Tatmotiv verfügen.
 
Da wäre etwa Maximilian Daxner (Stephan Paryla-Raky), der Besitzer des Restaurants. Schwaiger plante, sein eigenes Restaurant zu eröffnen, womit er Daxner handfest Konkurrenz gemacht hätte. Dazu hatte Schwaiger ein Verhältnis mit Irmelin (Julia Stinshoff), Daxners Ehefrau. Und die unterstützte den Koch ihres Mannes zudem noch mit Geld aus der eisernen Notreserve des Paares auf der Bank. Eine extreme Demütigung, die einen Mann zum Mörder hätte machen können.

Krumme Touren allerorten

Schwaiger hatte aber noch weitere krumme Touren am Laufen: Küchenchef Gabriel Köglmaier (Christian Spatzek) hatte nach einem Unfall seinen Geschmackssinn verloren. Eine Katastrophe für einen Koch, der danach für seinen Beruf untauglich wurde. Doch Schwaiger hatte ihn erpresst und sich Köglmaiers Schweigen teuer bezahlen lassen. War der Spind des Toten deswegen aufgebrochen worden?

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Die Episode der Rosenheim-Cops bietet diesmal einen kompakten Fall, den man sich so ähnlich auch in einem "Tatort" hätte vorstellen können. Mord mit mehreren Verdächtigen eben. Aber die Spannung ist hier so sanft dosiert, dass man eher die Beine hochlegen als an den Nägeln kauen möchte. Allein schon die schöne Landschaft mit blauem Himmel darüber macht jede Folge der Serie zu einem kleinen Urlaubstrip.

Die Sache mit der Kaffeemaschine

Den eigentlichen Fall vermittelt "Der tote Fisch" überwiegend verbal. Szenen, die Abgründe hätten offenbaren können – etwa eine Auseinandersetzung zwischen Maximilian und Irmelin Daxner – spart der Film aus. Stattdessen gibt es nahezu gleich berechtigt noch eine Nebenhandlung um eine gespendete vollautomatische Kaffeemaschine auf dem Polizeirevier. Womit "Die Rosenheim-Cops" sich als Serie offenbart, in der sogar der Kaffee im Dienst schmeckt.
 
Unter den Schauspielern ragt besonders der barocke Joseph Hannesschläger heraus. Aber trotz dessen gemütlicher Ausstrahlung erzählt auch die neueste Episode des Serien-Dauerbrenners – "Der tote Fisch" ist Folge Nr. 383 – ihre Geschichte recht flott. Ein typischer Vorabend-Krimi zum Wohlfühlen also, und die laufende 17. Staffel dürfte noch lange nicht die letzte sein.
 
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