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TV-Kritik: "Die Chefin": Knalliger Neubeginn

Von Die Kultserie "Alarm für Cobra 11" ist endlich wieder mit neuen Folgen zurück. Wird sie den Erwartungen gerecht?
Showdown auf heißem Asphalt: Am Ende wollen die Verschwörer die Verhandlung mit einem bleihaltigen Angriff auf einen Autokonvoi verhindern. Foto: Die Chefin (RTL / Guido Engels) Showdown auf heißem Asphalt: Am Ende wollen die Verschwörer die Verhandlung mit einem bleihaltigen Angriff auf einen Autokonvoi verhindern.

Nein, das ist natürlich nicht "Die Chefin" aus dem Freitagabend-Programm des ZDF, sondern ein neuer Staffelauftakt für "Alarm für Cobra 11". Wieder mal Zeit für Action: Schießereien, rasante Verfolgungsjagden und Explosionen im XL-Format gehören bei dieser Serie ja unverzichtbar dazu. Seit nun 20 Jahren drückt bei RTL "Die Autobahnpolizei" kräftig auf die Tube, und zum Auftakt dürfen Semir Gerkhan (Erdogan Atalay) und Paul Renner (Daniel Roesner) nicht nur Semirs alte Chefin Anna Engelhardt (Charlotte Schwab) aus der Klapse holen.

Diesmal geht es auch um nichts weniger als die Rettung des Weltfriedens, denn eine Gruppe Terroristen will mit allen Mitteln ein Friedensabkommen mit Russland - es geht um die Krim - torpedieren. Als die Chefin - die bei der Sicherung der Friedenskonferenz eine wichtige Rolle spielt - wegen angeblicher Wahnvorstellungen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert wird, holen Gerkhan und Renner sie heraus und merken schnell, was für eine ungeheure Verschwörung dahinter steckt.

Nach amerikanischem Vorbild

Die Machart der Serie entspricht weitgehend den Mustern amerikanischer Polizeifilme wie Richard Donners "Zwei stahlharte Profis. Im Unterschied dazu darf Gerkhan, mittlerweile mit 50 Jahren - wie sein Darsteller auch nicht mehr der Jüngste - jedoch nicht nur den väterlichen Kop mimen, sondern auch selbst kräftig spurten und kämpfen. In Sachen Einsatzfreude schenken sich die beiden nichts. Es gibt bisher einfach noch keinen Satz wie den Stoßseufzer "Ich werd langsam zu alt für den Scheiß."

Daniel Roesner hinterlässt einen recht guten Eindruck als Gerkhans neuester Cop-Kumpel. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht: Vinzenz Kiefer hatte als eher ernsthafter Partner Gerkhans die Serie stark geprägt. Die Geschichten waren durch den Verzicht auf Selbstironie und lockere Sprüche düsterer und glaubwürdiger, und der Auftakt "Revolution" ein echter Höhepunkt der Serie. Mit Roesner sollten die Filme wieder eine Spur humorvoller gestaltet werden. Ähnlich wie die 007-Filme mit Roger Moore auch mehr Witz bekamen.

Auch der Humor funktioniert


Der bei früheren Folgen bisweilen zu starke Klamauk-Faktor hält sich aber deutlich in Grenzen. Dafür funktioniert die Ironie wirklich gut, wenn etwa Gerkhan die Wahnvorstellungen seiner Chefin mit der Begründung anzweifelt, wenn sie wahnsinnig geworden wäre, dann durch ihn. Die Actionszenen sind geschickt in die Handlung eingepasst und verzichten auf allzu unrealistisches Krawum und Szenen wie aus einem modernen Hollywood-Superheldenfilm, was der Glaubwürdigkeit und Spannung dieser Episode sehr gut tut.

"Alarm für Cobra 11" hat sich nicht nur zur Kultserie entwickelt, sondern auch andere Serien geprägt: Eine "Tatort"-Reihe wie die um Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) mit einem solchen Überknaller wie "Fegefeuer" am Anfang dieses Jahres wäre ohne den RTL-Klassiker undenkbar. Produzent und Stuntman Hermann Joha hat TV-Geschichte geschrieben, und "Die Chefin" lässt hoffen, dass er das trotz schwächelnder Quoten noch lange tun wird.


 
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