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TV-Kritik: "Die Eifelpraxis": Die nächste Folge, bitte!

Von Der Auftakt zur neuen ARD-Reihe bietet zwar nichts wirklich Neues, aber doch liebevoll zubereitete TV-Hausmannskost.
Mit Bankchef Hannes Limburg (Max Herbrechter, li.) stimmt etwas nicht: Vera (Rebecca Immanuel) und dessen Sohn Finn (Sebastian Griegel) sorgen sich. Foto: ARD Degeto/Martin Valentin Menke Mit Bankchef Hannes Limburg (Max Herbrechter, li.) stimmt etwas nicht: Vera (Rebecca Immanuel) und dessen Sohn Finn (Sebastian Griegel) sorgen sich.
Für gewöhnlich ist jeder froh, wenn er keinen Arzt benötigt. Außer natürlich im TV, da sind Ärzte die Renner: Die Krankenhaus-Serie "In aller Freundschaft" hat ihren Stammplatz ganz weit vorne, und die "Tierärztin Dr. Mertens" nicht minder. So lag es für die ARD-Spielfilmabteilung Degeto also durchaus nahe, für Freitagabend zur besten Sendezeit auch wieder eine Arztserie ins Programm zu nehmen. Mit dem Versuch, andere Serienfiguren zu etablieren, hatte es nicht so recht geklappt. "Die Hochzeitsplanerin" zog als Versuchsballon ja ebenso wenig wie "Hotel Heidelberg".

Für "Die Eifelpraxis" wollte die ARD ersichtlich kein Risiko eingehen und plünderte sich für die Zutaten fröhlich durch andere Serien-Dauerbrenner. Eine überzeugte Großstädterin, die es aufs beschauliche Land verschlägt? Siehe Sophie Haas aus "Mord mit Aussicht" oder ZDF-Konkurrentin "Lena Lorenz". Ähnlich geht es auch Krankenschwester Vera Mundt (Rebecca Immanuel), die wieder in ihrem alten Beruf arbeiten will und dafür von Berlin in die ferne Eifel zu Dr. Chris Wegner (Simon Schwarz) zieht. Der verbitterte Mediziner sitzt seit einem Unfall mit seinem Motorrad im Rollstuhl. Er benötigt für die Hausbesuche darum noch eine Versorgungsassistentin.

Vera Mundt: Eine Frau mit Herz

Ihre beiden Kinder nimmt Vera Mundt mit. Tochter Mia (Mascha Schrader) ist begeistert, Sohn Paul (Tom Böttcher) schon weit weniger. Aber auch die vielen Patienten sorgen ordentlich für Stress: Auch in der idyllischen Eifel geht es für Mediziner alles andere als beschaulich zu. Dass Vera Mundt aber ein Problem mit Autoritäten hat, viel Mitgefühl und Interesse für Kranke zeigt und sich im Zweifel lieber etwas mehr Zeit für Patienten nimmt, stößt bei ihrem neuen Arbeitgeber erst mal auf wenig Begeisterung.

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Aber es zeigt sich schnell als unbezahlbarer Vorteil, besonders bei dem traurigen Hannes Limburg (Max Herbrechter), der ihr schon bei ihrer Ankunft in der Eifel vor ihr Auto fällt. Wie auch das Konzept des Films zeichnet sich Vera Mundt nicht eben durch Originalität aus. Sie ist alleinerziehende Mutter, resolut, aber bisweilen auch hilflos angesichts der Attacken ihres frustrierten Sohnes gegen seine kleine Schwester. Sehenswert wird sie vor allem durch Rebecca Immanuel, die genau den richtigen Ton zwischen aufmüpfigem Selbstbewusstsein und sanftem Mitgefühl trifft - auch Filmsohn Paul und Tochter Mia gegenüber.

Spannung bis zum Schluss

Auch die anderen Rollen zeigen sich ausgezeichnet und sogar originell besetzt: Simon Schwarz bekommt man nur selten als Sympathie-Träger zu sehen. Die Schauspieler sind mit sichtlichem Vergnügen bei der Sache. Sehr hilfreich waren dabei aber auch die schmissigen und knackigen Dialoge, sonst nicht eben die stärkste Seite der ARD-Freitagsfilme. Weiterer Pluspunkt: Wie auch "In aller Freundschaft" baut der Pilotfilm der neuen ARD-Reihe auf zwei Handlungsstränge um verschiedene Patienten. Die Handlung baut dabei einiges an Konflikten auf und natürlich löst Vera Mundt diese Konflikte auch - aber nicht zu schnell.

Die Spannung hält sich dadurch bis zum Schluss auf gutem Niveau. Recht gut ist auch Filmsohn Paul angelegt, der sich mit Hannes Limburgs Sohn Finn (Sebastian Griegel) und der Tochter des Schuldirektors anfreunden darf: Die Probleme von Jugendlichen sind sehr einfühlsam in die Handlung eingebettet. Es bedarf also keiner großen Sehergaben, um der "Eifelpraxis" eine große Zukunft vorauszusagen.
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