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TV-Kritik: "Die Frau in Gold": Nach einer wahren Geschichte

Jahrelang stritt eine Erbin von NS-Raubkunst mit der Republik Österreich um die Rückgabe von Werken des Malers Gustav Klimt. Der Hollywood-Film versucht, die Hintergründe zu beleuchten.
Maria Altmann (Helen Mirren) ist Erbin mehrerer Werke des Malers Gustav Klimt. Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds) unterstützt sie juristisch. Bild: ARD Degeto/Square One Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Maria Altmann (Helen Mirren) ist Erbin mehrerer Werke des Malers Gustav Klimt. Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds) unterstützt sie juristisch. Bild: ARD Degeto/Square One
Ein kultisch verehrtes Gemälde mit höchst wechselvoller Geschichte: "Adele Bloch-Bauer I" oder "Goldene Adele" heißt das im Jahr 1907 entstandene Gemälde von Gustav Klimt, das die Unternehmergattin Adele Bloch-Bauer (1881 – 1925) im Alter von etwa 26 Jahren zeigt. In seiner goldglänzenden Pracht um die verführerische Frau stellt es ein typisches Werk des Jugendstils dar, das zudem der kulturellen Stimmung des Fin de Siècle um die Jahrhundertwende entsprach.
 
Adele Bloch-Bauer und ihr Mann, der Zuckerfabrikant  Ferdinand Bloch-Bauer, zählten zum kulturell aufgeschlossenen jüdischen Wiener Großbürgertum. In ihren Häusern und Salons verkehrten Künstler wie der Schriftsteller Stefan Zweig und besonders der Maler Gustav Klimt.  Nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 wurde Ferdinand Bloch-Bauer enteignet und musste fliehen. Er starb 1945 verarmt in Zürich. 

Kampf um Gemälde und Erinnerungen

Seine Nichte und Erbin Maria Altmann (1916 – 2011) war ebenfalls vor den Nazis geflüchtet. Sie ließ sich in Los Angeles nieder und führte einen langen Rechtsstreit um die Rückgabe der "Goldene(n) Adele" sowie weiterer vier Klimt-Gemälde aus dem Besitz ihres Onkels. Adele Bloch-Bauer wollte, dass ihr Mann ihre Klimt-Gemälde nach ihrem Tod durch Meningitis der Österreichischen Staatsgalerie vermachte.
 
Der Streit endete im Jahr 2006 mit der Rückgabe der Bilder an Maria Altmann. Diesen Rechtsstreit beleuchtet Regisseur Simon Curtis in seinem Film "Die Frau in Gold": ist ein Film geglückt, der sich nicht allein auf NS-Raubkunst konzentriert, sondern darüber hinaus ein treffendes Charakterportrait der Maria Altmann zu bieten hat. Helen Mirren heraus, deren Persönlichkeit und Ausstrahlung dem Film eine hohe emotionale Wirkung verleiht, ragt dabei besonders heraus.

Fakten nicht ganz getroffen

Ihre Mitspieler bleiben allerdings  vergleichsweise blass. In Sachen Faktentreue nimmt sich der Film zudem einige Freiheiten – etwa in der Rolle des Publizisten Hubertus Czernin (Daniel Brühl) - ohne dadurch wirklich an Spannung zu gewinnen. Dennoch stellt "Die Frau in Gold" eine wichtige Auseinandersetzung mit Geschichte und modernem Umgang damit dar, ohne dass er dabei auf bewährte Hollywood-Stilmittel wie die sehr eingängige Musik von Komponist Hans Zimmer verzichtet.
 
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