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TV-Kritik: "Die Füchsin": Mit Frankfurter Anklängen

Von Mit "Spur auf der Halde" versucht sich die ARD ein weiteres Mal an einer Stasi-Agentin als Detektivin. So wirklich will der Funke aber noch nicht überspringen.
Die "Füchsin", Anne Marie Fuchs (Lina Wendel), ist nur widerwillig bereit, dem Möchtegern-Detektiv Youssef El Kilali) beizustehen. Foto: ©WDR/Martin Rottenkolber Die "Füchsin", Anne Marie Fuchs (Lina Wendel), ist nur widerwillig bereit, dem Möchtegern-Detektiv Youssef El Kilali) beizustehen.
Es könnte ein neuer Film um den Superverbrecher Fantômas sein oder um den italienischen Comic-Antihelden Diabolik. Doch bei der vermummte Figur, die in entsprechender Aufmachung nachts beobachtet von Überwachungskameras durch dunkle Gänge schleicht, handelt es sich um Anne Marie Fuchs (Lina Wendel). Die ARD schickte die ehemalige Stasi-Mitarbeiterin bereits vor zwei Jahren in "Dunkle Fährte" in ihren ersten Einsatz. Der Krimi-Fan erinnert sich vielleicht noch, und falls nicht: Der erste Film war eh zum Vergessen.

 
Jetzt steigt sie nachts also in dunkle Büros ein und ihrer Stasi-Vergangenheit hinterher. Und kümmert sich nebenher eher widerwillig um Youssef El Kilali (Karim Cherif), der mit ihr zusammen eine Detektei gründen möchte. Die armselige soziale Lage der Hauptfigur, an der sich irgendwie nichts ändert, hat schon im ersten Film zu den ausgeprägten Schwächen der Geschichte gehört. Für eine neue Kaffeemaschine übernahm sie ihren ersten Fall. Man fragt sich dabei, wie "Die Füchsin" eigentlich ihren Tag so rumbekommt.
 

Das Konzept aus "Alles Verbrecher"

 
Der zweite Film kopiert teilweise die in Frankfurt angesiedelte und bisher zweiteilige Reihe „Alles Verbrecher“. In beiden sind die Hauptfiguren jeweils eine ältere, verhärtete Frau und ein junger, hipper Mann – dort ein Italiener, hier ein Araber. Einige Klischees, Letzteren betreffend, nimmt "Die Füchsin" immerhin sehr schön auf die Schippe. Das Nebeneinander von horizontaler Erzählung und einer angeschlossenen Geschichte entspricht zwar einem viel erprobtem Konzept, gerät hier aber durch das Zusammenspiel von Tragik (Fuchs' Stasi-Vergangenheit) und Witz in Schieflage. 

 Die humoristischen Einlagen der zweiten "Füchsin"-Episode fallen in ihrer Qualität nämlich noch ausgesprochen unterschiedlich aus. Da gibt es zwar mitunter ganz nette Dialoge – Beispiel: "Wie hältst du das nur mit ihr aus?" "Ich bin ja nur ihr Chef, nicht ihr Ehemann" und knackige Einzeiler, aber auch jämmerlich bemühten Klamauk wie beim ersten Eintreffen von Fuchs und El Kilali auf dem Betriebsgelände der Sand und Kies KG. Auch einen arroganten, schnöseligen und nicht sonderlich hellen Kommissar im Trenchcoat hat man schon öfter gesehen.
 

Wenig origineller Umgang mit Klischees

Oder eine asiatische Gehilfin wie Xuân Lan (Bolor Gansuh, die sich Fuchs' ehemaliger Vorgesetzter Olaf Ruhleben (Torsten Michaelis) leistet. Nichts gegen Klischeefiguren, wenn die Macher einigermaßen originell damit umgehen - aber hier klappt das leider nur mit El Kilali. Und auch das nicht durchgehend. Hier wäre bei einer weiteren Fortsetzung noch deutlich mehr Kreativität und Liebe zum Detail nötig. In der Haupthandlung geht es um kriminelle Machenschaften bezüglich Kohleabbau, die ein ganzes Dorf bedrohen.

Ganz gut dabei: Die Tochter einer ermordeten Aktivistin arbeitet als Pressesprecherin des Konzerns für die Gegenseite. Das Thema Loyalität macht sich in solchen Geschichten immer gut. Der immerhin halbwegs zügig erzählte Plot erreicht von der Inszenierung her passables TV-Niveau und versucht sich das eine oder andere Mal an Effekten wie aus einem Videoclip: Slow Motion bei einer Erinnerung der Fuchs an ihre Vergangenheit, rasante Schnitte und ausgefallene Kameraperspektiven, wenn Xuân Lan über Anne Marie Fuchs forscht.
 

Immerhin besser als der erste Film


Das ist nicht unbedingt die schlechteste Art, eine Geschichte zu erzählen, wirkt aber durch die vielen lahme Witze und erstarrten Klischees noch zu konzeptlos. "Spur auf der Halde" zeigt sich zwar besser gelungen als der Auftakt, aber trotzdem noch viel Luft nach oben.









 
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