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TV-Kritik: "Die Kanzlei": Das drohende Ende

Von Gut ausgedacht: In der neuen Staffel der beliebten Anwaltsreihe kommt stellenweise echte Thriller-Stimmung auf.
Anwälte Isa von Brede (Sabine Postel, 2.v.r.) und Markus Gellert (Herbert Knaup, r.) mit Gehilfen Yasmin Meckel (Sophie Dal, l.) und Gudrun Wohlers (Katrin Pollitt, 2.v.l.). Foto: ARD/Georges Pauly Anwälte Isa von Brede (Sabine Postel, 2.v.r.) und Markus Gellert (Herbert Knaup, r.) mit Gehilfen Yasmin Meckel (Sophie Dal, l.) und Gudrun Wohlers (Katrin Pollitt, 2.v.l.).
"Der Dicke" ist TV-Geschichte, aber "Die Kanzlei" bleibt dem Zuschauer erhalten: Jetzt geht Staffel Nummer Sechs an den Start. Keine leichte Aufgabe, jemanden wie Dieter Pfaff als Gregor Ehrenberg zu ersetzen: Der Mann mit großem Bauch und ebensolchem Herz für die kleinen Leute war den Zuschauern über vier Staffeln ans Herz gewachsen, eben auch weil hier Schauspieler und Rolle so schön zusammenpassten.  Zum Glück widerstand die ARD der Versuchung, seinen Nachfolger Markus Gellert als Gregor Ehrenberg II anzulegen.
 
Im Gegenteil: Gellert, der elegante Windhund und Lebemann, souverän von Herbert Knaup verkörpert, erscheint eher als das Gegenteil von Ehrenberg. Er tritt zwar nicht arrogant auf, aber der Altruismus Ehrenbergs ist ihm fremd. Ihm sind seine Liebeleien und ein schickes Auto -  in dieser Folge eine klassische Mercedes Pagode – kein bisschen weniger wichtig als das Glück seiner Mandanten.

 
Gellert möchte neue Mandanten

 
Und zu Beginn der neuen Staffel wird das auch optisch deutlich: Das Büro um Anwältin Isabel von Brede (Sabine Postel), die Assistentin Yasmin Meckel (Sophie Dal) und Reinigungskraft Gudrun Wohlers (Katrin Pollitt) ist in neue und deutlich schickere Räumlichkeiten umgezogen. Was Gellert, auf dessen Initiative der Umzug über die Bühne ging, sichtlich behagt und von Brede fragen lässt, ob man damit nicht die alten Mandanten vergraulen würde.
 

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Aber Gellert lässt durchblicken, dass er gerne neue und nach Möglichkeit auch solventere Klientel betreuen würde – eine schöne Drehbuch-Idee, die auch in Zukunft noch für einige Meinungsverschiedenheiten zwischen Gellert und Isabel von Brede sorgen dürfte. Aber das Büro hat nicht nur frühere Klienten, sondern auch alte Probleme mitgenommen. Besonders betroffen ist das Verhältnis der Isabel von Brede zu ihrem kriminellen Bruder.
 

Uwe Bohm: ähnliche Rolle im "Hafenpastor"

 
Der hast einen Geldeintreiber getötet und anschließend versucht, seiner Schwester die Tat anzuhängen. Mit Hilfe zwielichtiger Kiez-Freunde gelang es Gellert und von Brede, ein Geständnis zu bekommen. Nun will der Bruder aber das Geständnis widerrufen: Hätte er damit Erfolg und müssten seine Schwester und Gellert vor Gericht unter Eid aussagen, stünden die Anwaltszulassungen  von Gellert und von Brede und damit die Zukunft der Kanzlei auf dem Spiel.
 
Dieser Erzählstrang bewirkt einen starken emotionalen Sog in die Handlung. Der zweite dreht sich um einen alten Klienten, der es mit leidenschaftlichen Tierschützern zu tun bekommt – eine eher humorige Sache, auch wenn etwa um die Mitte des Films zeitweise sogar echte Thriller-Stimmung aufkommt. Sehr gut! Neben der Stammbesatzung der Kanzlei schlagen sich auch die Nebendarsteller beachtlich. Allen voran Uwe Bohm, der in den bisher drei Teilen der ARD-Reihe "Der Hafenpastor" eine ähnliche Rolle verkörperte.   
 
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