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TV-Kritik: "Die Lebenden und die Toten": Wie klappt der zweite Teil?

Von Der Anfang dieses Thrillers nach Nele Neuhaus weckte hohe Erwartungen. Wird die Fortsetzung des Taunuskrimis ihnen gerecht?
Helen Stadler (Saskia Rosendahl) fühlt den Herzschlag von Max Gehrke (Alexander Martschewski), dem der Tod ihrer Mutter das Leben rettete. Foto: christian lüdeke con lux photog Helen Stadler (Saskia Rosendahl) fühlt den Herzschlag von Max Gehrke (Alexander Martschewski), dem der Tod ihrer Mutter das Leben rettete.
Der Auftakt dieses Films gehört ohne Zweifel zu den Höhepunkten des TV-Krimis insgesamt. Und das nicht nur wegen des intelligent eingefädelten Cliffhangers am Ende mit Ulrich Tukur als mörderischer Heckenschütze Dirk Stadler: Die ungemein emotionale Hintergrundgeschichte beinhaltet nicht nur den Tod von Stadlers Ehefrau, der sich im Tod der Mutter von Ermittlerin Pia Kirchhoff (Felicitas Woll) quasi doppelt, zumal auch beide mit dem Einsatz der Koordinatorin Bettina Hesse (Tanja Wedhorn) verknüpft sind.
 
Hesses Ehemann wurde im ersten Teil ebenfalls erschossen. Dirk Stadlers brutale Strategie: Er will nicht diejenigen töten, die er für den Tod seiner Frau verantwortlich hält, sondern deren Angehörige und sie damit den schrecklichen Verlust spüren lassen, den er selbst erlitten hat. Mittlerweile sind die Fahnder auch schon auf Stadler gestoßen, halten ihn aber nicht für den Täter, weil er einen Ausweis als Schwerbehinderter besitzt. Mit seiner scheinbaren Gehbehinderung kommt er scheinbar  auch nicht für die wahnwitzigen Aktionen des Heckenschützen – darunter eine gefährliche Kletterei – in Frage.
 

Hintergründe intelligent verknüpft

 
Die Fortsetzung rückt die immer hektischeren Ermittlungen der Polizei in den Mittelpunkt. Mittlerweile nimmt Stadler auch die Angehörigen der Mitglieder des Operationsteams ins Visier, das seiner Frau nach deren festgestellten Hirntod das Herz entnommen hat. Doch es gab schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei der Feststellung dieses Hirntods. Wie der zweite Teil die Aufdeckung dieser Hintergrundgeschichte erzählt, teilweise mit Rückblicken verknüpft und dabei die Spannungsschraube immer weiter andreht, das ist schon richtig großes Kino.
 
Dabei setzt Regisseur Rosenmüller mit bemerkenswertem Können auf die emotionale Schiene. Hintergrund ist einerseits ein medizinischer Skandal. Wurde Stadlers Ehefrau getötet, um ihr das Herz entnehmen zu können? Die Geschichte leuchtet dabei auch die schwierige Ziehung von Grenzen bei der Entnahme von Organen bei Toten genau aus. Aber sie zeigt auch Max Gehrke (Alexander Martschewski ), einen jungen Mann, der durch eine schwere Herzkrankheit zum Tode verurteilt war und dem durch die Herztransplantation ein neues Leben geschenkt wurde.
 

Emotionales Wechselbad

 
Der Film kostet dieses Wechselbad der Gefühle aus, und das macht er auch vom Handwerklichen her richtig gut. Die Schauspieler präsentieren sich durchweg in Topform und die unheilvolle Musik von Florian Tessloff gibt der Geschichte auch akustisch eine außerordentliche Dichte. Anders gesagt: Die Fortsetzung kann das hohe Niveau des ersten Teils nicht nur halten, sondern sogar noch ausbauen. So gut war Nele Neuhaus im ZDF noch nie, und so macht Krimi richtig Freude!

Den ganzen Krimi gibt es hier
 
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