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TV-Kritik: "Die Liebe, ein seltsames Spiel": Banalität und blanker Hintern

Von Eine Menge Beziehungskisten, aber kein wirklich erotisches Knistern: Warum der Krimi sein Ziel verfehlt.
Jakobi (Martin Feifel) macht reinen Tisch vor Dr. Slowinski (Juliane Köhler), allerdings nur was Verena Schneider betrifft. Foto: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden Jakobi (Martin Feifel) macht reinen Tisch vor Dr. Slowinski (Juliane Köhler), allerdings nur was Verena Schneider betrifft.
Dieser Typ ist echt zu beneiden. Thomas Jacobi (Martin Feifel) leitet ein erfolgreiches Architekturbüro, gönnt sich mit einem Jensen Interceptor einen Traumwagen-Klassiker der wilden siebziger Jahre und hält sich gleich fünf Freundinnen. Er hat was mit einer Ärztin, einer Besitzerin eines Friseursalons und so weiter und so weiter. Und hatte was mit Verena Schneider (Jasmin Gregori), die zu Beginn der Geschichte tot aufgefunden wird.
 
Worauf die Kommissare die Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) auf ihren Freund und dessen reichhaltiges Liebesleben stoßen. Die Tote bringt Jacobi natürlich in Bedrängnis, denn seine Frauen wussten mit einer Ausnahme nichts voneinander. In der nun folgenden Geschichte spielen allerlei Alibis und einmal kompromittierende Fotos eine kleine Rolle, aber so recht ziehen will das nicht.

Nichts, was hängen bleibt

Nach dem düsteren "Der Tod ist unser ganzes Leben" nun eine lässige Beziehungsgeschichte. Und die betrifft nicht nur Thomas Jacobi, sondern auch unsere beiden Fahnder: Assistent Karl-Heinz "Kalli" Hammermann (Ferdinand Hofer) möchte Franz Leitmayr am liebsten mit seiner Mutter verkuppeln, während sich Ivo Batic mit einer verheirateten Frau verlustiert. Was der Geschichte wohl wie in vielen französischen Filmen einen Hauch Frivolität verleihen soll.
 
Allerdings erzählen die Franzosen ihre Geschichten meistens überzeugender. Hier bleiben die Frauen ziemlich eindimensional, nur Dr. Slowinski (Juliane Köhler) zeigt einen Ansatz von Tiefe. Martin Feifel macht als erfolgreicher Verführer mit nachlässiger Eleganz im schicken Oldtimer zwar eine gute Figur. Den Beziehungskisten fehlt aber auch bei Dr. Slowinski jene Doppelbödigkeit und Tragik, die wie etwa im Fall "Roomservice" aus Ludwigshafen wirklich  zu Herzen geht.

Auch die Täter überzeugen nicht

Kennzeichnend für die Oberflächlichkeit und Banalität in "Die Liebe, ein seltsames Spiel"  zeigen sich auch die Auflösungen für die beiden Todesfälle in der Handlung: Jedes Mal sind Nebenfiguren die Täter, die in der Handlung zuvor kaum eine Rolle gespielt haben. Motivation und Tatverlauf überzeugen in beiden Fällen nicht wirklich. Statt der sexuellen und emotionalen Abgründigkeit, die das Beziehungsgeflecht um Thomas Jacobi verspricht, kommt am Ende blanke Banalität heraus.
 
Immerhin gibt es mit dem irritierenden Alibi von Jacobis Architektin ein nettes Detail. Am meisten überzeugt aber die Szene, in der Ivo Batic seine restliche Lebenszeit vor Augen geführt wird. Von solchen Einfällen hätte man sich aber eine ganze Ecke mehr gewünscht. So was ist deutlich spannender als die nackte Kehrseite von Ivo Batic, die der Zuschauer in einer Szene bewundern darf.

Den Film in der Mediathek anschauen.

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